Sub Sahara Afrika – Foto Nachtrag Teil 1

Das kleine nervöse Motorrad ist wieder da – und neben der Verladung der Motorräder haben wir auch Fotos ausgetauscht. Die schönsten Motive meiner Mitfahrer will ich nicht vorenthalten. Hier er erste Teil – ohne besondere Ordnung:

Schwein gehabt!
Schwein gehabt!
Badetag
Badetag
Sandfarben
Sandfarben
Namibische Gravel Road
Namibische Gravel Road
Sonne
Sonne
Zweispänner
Zweispänner
Vierspänner
Vierspänner
Schmusekatze?
Schmusekatze?
Rot
Rot
Handtasche
Handtasche
Unterwegs
Unterwegs
Auf der Straße
Auf der Straße

Das kleine dreckige Motorrad…

…ist wieder zu Hause.

wieder zu Hause
wieder zu Hause

Läßt sich luxuriös ab München chauffieren – und will nun auch erstmal ‘ne Wellnessbehandlung – das volle Programm mit Pediküre bitte…

Pediküre bitte
Pediküre bitte

Es hat in Genua im Hafen noch etwas getrödelt indem es die Hafenarbeiter zum Streik angestachelt hat.

Und was hats mir zum Dank mitgebracht? Müffelige Enduro-Klamotten! Dabei hätte ich doch einige Fläschchen Peri-Peri Sauce viel besser gebrauchen können 🙁

Sub Sahara Afrika – Inhalt

Vorweg das Fazit:

Namibia:

Botswana:

Sambia:

Malawi:

Tansania:

Kenia:

Foto Nachtrag:

Foto Nachtrag Teil 1
Foto Nachtrag Teil 2
Foto Nachtrag Teil 3

Vorbereitung:

Sub Sahara Afrika – Fazit und Gemischtes

Es ging in 30 Tagen einmal quer durch Afrika insgesamt 6674km mit dem kleinen nervösen Motorrad von West nach Ost

Von West nach Ost
Von West nach Ost

Vom Atlantischen Ozean

Skeleton Coast
Skeleton Coast

zum indischen Ozean.

Schau! Der indische Ozean!
Schau! Der indische Ozean!

Von Namibia mit einem kleinen Abstecher über Botswana nach Sambia, weiter nach Malawi und Tansania, zum Schluß noch kurz nach Kenia rein.

Hier nun noch einige unsortierte Infos und Gedanken:

  • So sieht die COMESA-Versicherung aus – sozusagen die grüne Versicherungskarte für weite Teile Afrikas (in Nordafrika gibts stattdesen wohl die Carte Brune). Die erspart es einem, in jedem Land eine neue Haftpflichtversicherung für das Motorrad zu kaufen.
    COMESA
    COMESA

    Kostet je nach Verhandlungsgeschick und Sonnenstand so um die 20 USD. Ist aber eigentlich das Papier nicht wert, auf der die gedruckt ist. Denn die Versicherungssumme beträgt nur ca. 3100 USD für Personenschäden oder Tod pro Person, maximal 6200 USD je Schadensfall

  • Gegen Malaria hatte ich zur Vorbeugung die (übermäßig teuren) Malarone Tabletten. Die haben ihren Zweck wohl erfüllt – oder war es doch das Mückenabwehrspray? Die habe ich gut vertragen – außer einem vorübergehenden Hautausschlag hatte ich keine der versprochenen Nebenwirungen.
  • So sieht das Reisenotizbuch nach 4 Wochen aus – ist auch gut voll geworden. Schließlich gab es nicht immer die Gelegenheit, die Blog-Einträge taggleich zu erstellen.

    Reisenotizbuch
    Reisenotizbuch
  • Was hat es mit nach Hause geschafft?
    Aus Sambia etwas Großwild

    Großwild
    Großwild

    und aus Malawi die typische Chilli Würzsauce:

    Nali und Co.
    Nali und Co.

    In der Mitte das typische malawische Nali – angeblich die schärfste Peri-Peri Sauce aus dem heißen Herz Afrikas (wenn man dem Webetext glauben darf). Hergestellt aus malawischen Birdeye Chillies – dabei aromatisch und meiner Meinung nach nicht übermäßig scharf. Die beiden anderen aus Kambuzi  Chillies muß ich dann bei Gelegenheit mal probieren.
    Aus Tansania dann  noch eine gute Handvoll schwarzer Pfeffer…

  • Berichte über korrupte Beamte kann ich nicht bestätigen. An allen Grenzen gab es offizielle Quittungen für Gebühren und Abgaben und es wurde auch nicht mehr verlangt als vorher bekannt war. Auch an den reichlich vorhandenen Polizeikontrollen wurden wir meist durchgewunken – lediglich zweimal waren die auf ein Schwätzchen aus. Radarkontrollen zielen wohl nicht auf Motorradfahrer – wir hatten damit jedenfalls keine Probleme, während der LKW mehrfach zahlen durfte (das Problem ist, das oft das 50km/h Ende Schild am Ortsausgang fehlt – man weiß also nicht so genau ob hier noch 50 ist oder schon 100. Im Zweifel entscheide ich mich dann für die 100…
    Sogar bei einem Unfall in einer anderen Gruppe mit einem auf der falschen Seite entgegenkommenden einheimischen Motorradfahrer bei dem dieser verletzt wurde waren nicht pauschal die Mzungu schuld. Vielmehr konnten die nach (mehrstündiger) Unfallaufnahme und Spurenauswertung am Unfallort unbehelligt weiterfahren. Josis Vorhersage, das kostet 150,00 USD – 50,00 USD für die Polizei, 50,00 USD für den Richter und 50,00 USD für den Verletzen – traf nicht zu.
  • Es ist viel grüner als erwartet  – auch noch am Ende der Trockenzeit. Bis auf die Wüstengebiete Namibisa ist alles grün…
  • Es ist viel größer als man ahnt – die Entfernungen sind schon beachtlich. Man schaut sich die Tagesetappe auf der Karte an – ist ja nur ein kurzes Stückchen. Das Navi sagt einem dann, daß es doch wieder über 400km sind. Ist eine andere Größenordnung als in Europa…
  • Das Afrika, das wir gesehen haben entspricht nicht dem Bild, wie es vornehmlich durch Hilfsorganisationen verbreitet wird. Traurig blickende Kinder mit dicken Bäuchen mag es irgendwo in Afrika geben – aber das ist ganz sicher nicht der Normalfall. Stattdessen sieht man viele Mensch auf der Straße (dort findet das Leben statt), neugierig auf die Besucher, frendlich und hilfsbereit, meist zurückhaltend, die auf mich einen gut gelaunten, zufriedenen Eindruck machen – trotz der nach europäischen Maßstäben erheblichen materiellen Armut. Die Menschen dort haben  sich etwas `kindliches` im positiven Sinne bewahrt.
  • Mit europäischen Maßstäben wird man Afrika nicht gerecht – Afrika funktioniert anders. Es gibt aus europäischer Sicht da unenedlich viel Potential für Verbesserung und Effizienzsteigerung. Aber das würde nur ein überstülpen europäischer Werte und Ziele bedeuten. Afrika muß einen eigenen Weg in die Zukunft gehen. Und es scheint mir keineswegs ausgemacht, daß der europäische Weg die glücklicheren Menschen hervorbringt – zumindest sofern man Glück nicht als materiellen Besitz definiert.
  • Die Reihenfolge der drei häufigsten Wendungen auf Suaheli:
    Jambo! – Hallo!
    Karibu  – Willkommen
    Pole Pole – Mach mal langsam.  Everything is pole pole in Africa.
  • Es ist aus europäischer Sicht unverständlich, wie jemand Bankangestellter werden kann, wenn er nicht in der Lage ist Geld richtig zu zählen, wie jemand es zum Versicherunssvertreter bringt, der einfache Versicherunsgpolicen nicht ausfüllen kann, wie jemand Kellner wird, der bei einen Verzehr von 5500 Kwatcha auf einen 10000 Kwatcha Schein nochmal 5500 Kwatcha Wechselgeld geben will, wieso die Supermarktkassiererin den EAN-Code jeder Wasserflache einzeln eintippt wenn der Scanner den nicht lesen will etc. Aber man kann da die Hoffnung haben, daß da im Laufe der Zeit mit besserer Bildung Abhilfe kommt – oder vielleicht ist das auch typisch afrikanisch.
  • Typisch afrikanisch scheint mir die völlige Unbekanntheit von Instandhaltung. Egal ob Gebäude, Infrstruktur oder Fahrzeuge – es wird gebaut und dann solange genutzt, bis es gar nicht mehr geht. So viele defekte, ausgebrannte, abgestürzte oder notdürftig geflickte LKW am Straßenrand wie  auf den Bergstrecken Malawis hab ich noch nie gesehen…
  • Offizielle Tankstellen mit 95Oktan bleifreiem Benzin gab es auf der Tour in ausreichender Anzahl – und bis auf eine hatten die auch alle Benzin da. Daneben gibt es in den Dörfern noch Kanistertankstellen, die wir aber nicht genutzt haben.
  • Es gab keine schwerwiegenden Ausälle zu beklagen – ein Fahrer hat sich bei einem Sturz im Sand einen Fußknochen verletzt und ist über Lusaka vorzeitig abgereist. Die Motorräder sind alle am Ziel angekommen – auftretende kleinere Probleme konnten an Ort und Stelle behoben werden.
  • Mein kleines nervöses Motorrad hat sich wieder mal bewährt – es hat die ganze Tour über anstandslos funktioniert.
  • Als Reifen waren vorne Mitas C-11 Speedy Croc und hinten Mitas C-02 Stone King aufgezogen. Die würden beide noch einige tausend Kilometer halten.
  • Dennoch sind einige Verluste zu beklagen:
    *Die RAM-Mount Kugel für den Navihalter ist abgebrochen
    *Die Enduristan Gürteltasche hat es jetzt endgültig hinter sich – eine Naht und der Reißverschluß sind defekt
    *Die Tasche an der Lampenmaske ist bei einem Sandbad abgerissen
    *Dabei hat es auch die Ladebuchse aus dem Powerbank gerissen…
    *Helmschirm und Wangenpolster haben es hinter sich – mal sehen ob es Ersatz zu vertretbaren Preisen gibt
    *Der Reißverschluß vom Schlafsack ist defekt – nicht daß ich den dort benötigt hätte – aber vor der nächsten Fahrt in kältere Gefilde muß ich mir da was einfallen lassen
    *Die Gummis der Knieprotektoren sind ausgeleiert – außerdem is der Tragekomfort nicht so toll. Da muß es noch was besseres geben…
  • Das ganze fand unter Josis Regie von Explo-Tours statt. Seine vorletzte Tour vor Übergabe an den Nachfolger. Es ist eine Reise mit Expeditionscharakter – und Josi liefert genau das. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Man kann muß selbständig fahren, sich selbst organisieren und Probleme lösen. Es gibt keine Rundumbetreuung – aber einen GPS-Punkt am Abend wo der LKW mit dem Gepäck steht und wo es Verpflegung aus der Bordküche gibt. Mir hat das Konzept gut gefallen – und es war ja vorher bekannt, auf was man sich einläßt 🙂

Sub Sahara Afrika – Tag 31 – Mombasa bis Hannover (Deutschland)

Heute ist nur noch Rückkehr nach Hause angesagt. Um 0500h Frühstück im Hotel und auf zum Moi International Airport Mombasa. Warten unter den wachsamenm Augen der Meerkatzen – alles essbare gut festhalten!

Meerkatze
Meerkatze

Es geht wie üblich übers Rollfeld zum Flugzeug (bei 4 Gates auch weiter kein Problem)

übers Rollfeld
übers Rollfeld

und erstmal zur Zwischenlandung nach Sansibar. Condor ist schließlich ein Ferienflieger und lädt dort noch Pauschalurlauber ein.
Formal dauert der Rückflug trotz Zwischenlandung nicht länger als der Hinflug – er gewinnt aber durch die Zeitverschiebung zwei Stunden, so daß sich der Tag ganz schön zieht. Da fand ich den Hinflug mit Ait Namibia über Nacht angenehmer.
Fast geschafft,

Fast geschafft
Fast geschafft

nur noch mit dem Zug von Frankfurt nach Hannover und um 2300h ins Bett!

Sub Sahara Afrika – Tag 30 – Mombasa

Es nähert sich in großen Schritten das Ende der Reise. Jetzt ist Schluß mit lustig. Heute werden die Motorräder verladen.
Dafür geht es nach Mombasa rein in den Hafen. Mombasa liegt teilweise auf einer Insel – und da haben sie eine schicke neue Autofähre

neue Autofähre
neue Autofähre
neue Autofähre
neue Autofähre

Die Personenfähre ist noch die ate und gut genutzt. Sind zwar nur ca. 500m, aber was passiert wenn die mal untergeht will man gar nicht wissen…

 Personenfähre
Personenfähre

Mein kleines leichtes Motorrad hat übrigens abgenommen – nur noch 20kg!

nur noch 20kg!
nur noch 20kg!

Wir bahnen uns den Weg durch das Verkehrsgewühl und erreichen dann bald den Containerhafen, aber nicht ohne noch ein Abschiedsfoto unter dem Wahrzeichen Mombasas zu machen:

Tusker - Stoßzähne
Tusker – Stoßzähne

Die Hupen hier zwar alle am laufenden Band – aber wenn eine Horde Motorradfahrer ankommt und die Hauptverkehrsstraße für ein Foto sperrt hupt keiner. Da spürt man mal wieder den Mentalitätsunterschied!

Mein kleines schlaues Motorrad stellt sich zur Verladung ganz hinten an – zuletzt rein heist dann zu Hause zuerst raus!

zuletzt rein
zuletzt rein

Tschüß und gute Reise!

gute Reise
gute Reise

Die Motorräder der Rücktour sind schon ausgeladen

Rücktour
Rücktour

Es ist fast alles schweres Eisen – ganz im Gegensatz zu den Motorrädern dieser Tour. Natürlich ist es – wenn man den Werbeaussagen von BMW und KTM glauben schenkt – völlig unmöglich ohne mindesens 100PS und sämtlichem Zubehör das der Katalog hergibt durch Afrika zu fahren. Dennoch bin ich mir sicher, daß wir die bessere Motorradauswahl hatten. Das zeigt sich auch an der Tatsache, daß es keine Ausfälle gab, die nicht an Ort und Stelle repariet werden konnten.
Nach der Verladung geht es am frühen Nachmittag mit dem TucTuc (die dort üblichen als 3-Personen Taxi genutzten Piaggio Ape)

TucTuc
TucTuc

ins Creecside Hotel – mit Blick aufs Wasser

Creecside Hotel
Creecside Hotel

Das ist strategisch gewählt, da wir morgen früh früh am Flughafen sein müssen…

Bleiben noch Karte und Statistik für heute

Karte
Karte
Statistik
Statistik

Sub Sahara Afrika – Tag 29 – Mombasa – Twiga Lodge Camp

Heute ist Ruhetag im Twiga Lodge Camp – direkt am indischen Ozean etwas unterhalb von Mombasa.
Der Tag beginnt mit leicht bewölktem Himmel bei 28°C

bewölktem Himmel bei 28°C
bewölkter Himmel bei 28°C

Im Tagesverlauf steigt die Temperatur auf fast 40°C – aber es weht ein steter Wind vom Wasser, der für eine angenehme gefühlte Temperetur sorgt.
Frühstück mit Obst – das gibt es hier in Afrika in bester Qualität und großer Auswahl. Da kommt das, was es bei uns im Supermarkt gibt nicht mit…hier Ananas und Mango

Ananas und Mango
Ananas und Mango

oder grüne Orange – sehr lecker. Nicht so süß wie die bei uns erhältlichen

grüne Orange
grüne Orange

Kokosnuß in verschiedenen Reifestadien

Kokosnuß
Kokosnuß

und hier kommt auch schon das Abendessen – zwei Red Snapper…

Red Snapper
Red Snapper
Red Snapper
Red Snapper

Schau! Der indische Ozean! Ist das nicht kitschig?

Schau! Der indische Ozean!
Schau! Der indische Ozean!

Ansonsten ist Erholung angesagt

Erholung
Erholung

Kleiner Exkurs: Afrikanische Bautechnik – Abwasser

Abwasser
Abwasser

TrinkFrischwasser

Frischwasser
Frischwasser

Dachbalken zu kurz? Moment, das haben wir gleich…

Dachbalken
Dachbalken

Abends noch einen Einsiedler in der Dusche erwischt…

Einsiedler
Einsiedler

 

Sub Sahara Afrika – Fazit Tansania

Man gewöhnt sich ja an Afrika – vieles erscheint inzwischen normal und fällt gar nicht mehr auf.
Dennoch einige schnelle Eindrücke:

  • Zumindest in Matemba Beach mehrfahch täglich stundenlange Stromausfälle – aber dafür haben die da einen automatisch startenden Dieselgenerator.
  • Es sind viele chinesische 125er Motorräder unterwegs – es gib eine Art Massenmobilisierung mit diesen Dingern. Der Aktionsradius ist so veil größer als bei den ganzen Fußgängern in Malawi.
  • Im Straßenverkehr gilt das Recht des Stärkeren – vor uns kuschen wenigstens noch Radfahrer und Fußgänger 🙂
  • Von der Benutztng tansanischer Überlandbusse kann ich wegen deren halsbrecherischen Fahrweise nur dringend abraten.
  • Abwechslungsreiche Landschaft, die besonders an Steigungen und Gefällstrecken mit einer erstaunlich großen Anzahl defekter LKW gespickt ist. Vielleicht wäre etwas vorbeugende Wartung doch nicht vekehrt. Aber auch da gibt es eine afrikanische Lösung: Die führen alle eine oder zwei Bananenstauden mit, so daß die Fahrer auch mehrere Tage bei ihrem defekten Fahrzeug ausharren können…
Karte
Karte