Am Sonntag Nachmittag…

…kam dann überraschend doch noch etwas Sonne raus. Da hälts die Sertao II nicht in der Garage.

Zur Abwechslung gehts mal ungeplant Richtung Osten. Irgendwann taucht am Horizont ‘ne rostige Kugel auf. Da kann man ja mal drauf Zuhalten. Stellt sich dann als der Kugelwasserturm der ehemaligen Ilseder Hütte raus:

Kugelwasserturm

Die Roheisenproduktion wurde dort 1983 eingestellt, die endgültige Stillegung erfolgte dann 1995. Inzwischen ist es Gewerbegebiet mit vielen Grünflächen mittendrin. Und an verschiedenen Stellen des weitläufigen Geländes sind Relikte erhalten:

Gleich an der Einfahrt der Kokslöschwagen mit Elektrolok der hütteneigenen Kokerei – ganz schön groß!

Kokslöschwagen

Etwas weiter dann ein Schlackepfannenwagen – und das was drum rum steht ist im Wagen fest gewordene Schlacke. Ganz schöne Brocken…

Schlackepfannenwagen

Das Verkippen von Schlacke konnte ich vor Jahrzehnten mal im Stahlwerk Linz beobachten – besonders im Dunkeln macht das mächtig was her wenn die >1000° heiße und flüssige Schlacke (praktisch geschmolzenes Gestein) aus der Schlackepfanne zum Abkühlen ausgekippt wird. Sehr intensives Abendrot 🙂 .

Hinterm Busch versteckt sich dann noch ‘ne Diesel-Rangierlok:

Rangierlok

Die hat da echt doof geparkt – ausgerechnet hintem einzigen Busch weit und breit.

Karte
Statistik

Der Herbst…

…ist jetzt endgültig da. Nachts Bodenfrost – und tagsüber heute zwar schön sonnig – aber doch kalt.

Sagte ich, geschnitzte Hoftore haben die nur in Rumänien? Denkste – haben `se in Obershagen auch:

Hoftor

Aber die rumänischen machen mehr her – und sind besser in Schuß 🙂 .

Heute gehts eine schnelle Runde über endlose Alleen durch die norddeutsche Tiefebene:

Allee

Denn der Motor muß ja warm gefahren werden zum heute anstehenden Ölwechsel!

Mal in eine neue Richtung – hat sich Kurviger ausgedacht. Aber zaubern kanns auch nicht – da ist einfach nicht viel lohnenswertes…

Karte
Statistik

Wer weiß, wie lange…

…das schöne Herbstwetter noch anhält. Am Samstag waren es hier jedenfalls wieder fast 20°C bei Sonnenschein (ganz im Gegensatz zu heute). Das läßt sich die Sertao II nicht entgehen und wollte nochmal die große Harzrunde fahren – vermutlich das letzte mal dieses Jahr.

Die Straßenbauverwaltungen sehen zu, daß sie noch alles Geld ausgeben – immer wieder steht man vor sowas:

Baustelle

Das wird auf Dauer echt lästig, da in der bergigen Gegend oft auch nur sehr weiträumige Umleitungen möglich sind.

Aber man kommt mal an was neuem vorbei 🙂 :

Brandissäule

Die Brandissäule auf dem Netter Weinberg an der B243 – in 1825 von Carl Friedrich Gaus himself als trignometrischer Landvermessungspunkt errichtet.

Zwischendurch spielt die Sertao II im Laub…

Laub

…und fährt ansonsten unter blauem Herbsthimmel auf den Harzer Straßen – bei überwiegend wenig Verkehr.

Herbsthimmel

Bleiben noch Karte und Statistik:

Karte
Statistik

Das kleine nervöse Motorrad…

…fährt dann schonmal vor – oder vielmehr läßt sich fahren. Am Freitag durch dichten Verkehr…

dichter Verkehr

…und streckenweise heftigen Regen – da drohen vor mir schon die dunklen Wolken, gehts am Freitag erstmal bis ins Schwabenländle.

Was liegt da abends näher als Flädchensuppe und Käsespätzle. Lecker – da hatte ich das Landgasthaus richtig ausgesucht (Goldenes Lamm in Rainau).

Käsespätzle

Am Samstag vormittag sind wir dann in St. Margrethen in der Schweiz.

Es regnet – aber die Rampe ist glücklicherweise überdacht.

Hinten anstellen!

Ist ganz schön eng! Aber im künstlichen Koma – mit abgeklemmter Batterie und restentleertem Tank – wirds das hoffentlich aushalten. Es wacht dann ja in gut zwei Monaten in Kapstadt im südafrikanischen Sommer wieder auf.

Ist ganz schön eng!

Nach rund zwei Stunden ist alles eingeladen – so 20 Motorräder, Gepäck, Ersatzreifen und Verpflegung.

alles eingeladen

Dann heist es ‘Klappe zu – Affe tot’ und Montag gehts auf nach Hamburg zur Schiffspassage.

Klappe zu – Affe tot

Am 26.12.2019 geht dann die Klappe wieder auf – und mein kleines nervöses Motorrad wird dann wieder zum Leben erweckt.

Nach der Verladung noch ‘nen schönes Mittagessen in einem nahegelegenen Restaurant, weitere Infos zum Tour und dann hat mich der Fiat um 2200h wieder zu Hause ausgespuckt.

Da steht die Sertao II…

…und freut sich auf die große Harzrunde, die ich bei dem angekündigten guten Wetter heute geplant habe.

Sertao II

Schließlich soll es sonnig werden bei fast 20°C. Und das könnte ja das letzte mal für dieses Jahr sein. Also los!

Leider hat das Navigationsbrikett arge Probleme mit dem Satellitenempfang – der reißt immer wieder ab und ist sehr schwach:

Satellitenempfang schwach

Na wird schon gehen, denn das Reserve-Navigationsgerät ist schon auf Afrika-Karten umgestellt und tief verpackt für die Containerverladung vom kleinen nervösen Motorrad samt Gepäck nächste Woche.

Dauerte dann nicht lang, und es sah so aus: Nix mehr!

Nix mehr!

Ich bin erst noch nach Erinnerung weitergefahren – aber als dann eine Straße gesperrt war und es auch noch anfing zu regnen (die Regenkombi ist nämlich auch für Afrika eingepackt) bin ich dann doch umgedreht.

Nun hoffe ich mal daß Garmin das schnell wieder hinbekommt und es dann nochmal angenehmes Motorradwetter gibt!

Afrika Twin Stammtisch – Jubitour 2019

Wie jedes Jahr am 3. Oktober gehts auf zur Jubitour vom hannöverschen AT Stammtisch.

Schau doch nicht so dröselig – wird sind nicht mehr in Rumänien, jetzt mußte wieder mit Wolken leben!

Sertao II

Da sind sie alle – nee – längst nicht alle. Die Wetteraussichten waren wohl etwas abschreckend. Aber davon läßt sich der harte Kern nicht beeindrucken!

Start

Willkommen auf dem Köterberg! Die höchste Erhebung weit und breit:

Köterberg

So hoch, daß er heute in den Wolken liegt!

in den Wolken

Aber schau – die anderen sind auch da. Und wir haben den Parkplatz fast für uns alleine. Erinnerste dich noch, wie voll es hier im Sommer ist? Und so’n erfrischender Regen – was hätteste in Rumänien drum gegeben.

alle da

Genieß noch etwas die Aussicht in die Täler rundrum!

Aussicht

Aber kann ja nicht den ganzen Tag so bleiben. Bei der Weserquerung kann man ahnen, daß es etwas aufklaren könnte.

Weserquerung

Was ist denn das?

Sonne

Da läßt se sich bei Fuchs in Uslar die Sonne auf den Pelz scheinen. Daß wir das heute noch erleben sollten!

Fuchs Uslar

Auf dem Rückweg nach Hannover gabs kurz vor dem Ziel nochmal eine kräftige Dusche – da haben dann die Stiefel aufgegeben und sich in ein Schwimmbecken verwandelt. Der Rest war glücklicherweise dicht – ist ja auch mal eine wertvolle Erkenntnis 😉 .

Dennoch – trotz des suboptimalen Wetters eine schöne Tour – auch wenn ich hoffe, daß es demnächst nochmal sonnig wird, damit ich die Harz Herbstabschlußtour im trockenen fahren kann.

Mein Dank an die Streckenpklaner und unseren Guide heute! Habt Ihr gut gemacht. Und die Karte zeigt, daß die Strecke durch einen Teil des Weserberglands ging, den ich noch nicht kannte. Und ich dachte, sowas gibts gar nicht mehr!

Karte
Statistik

Die Ausstattung…

…vervollständigt sich. Zusatzscheinwerfer (aus Platzgründen am rechten Handschützer) falls wir auf der Kaokoland-Tour mal in die Dunkelheit kommen und der Kamerahalter sind montiert. In der Tasche vor der Startnummerntafel wird dann tagsüber die Power-Bank geladen, aus der dann abends der Laptop lebt, auf dem die Blogeinträge geschrieben werden.

Front

Zusätzlich ist noch eine USB Buchse dran, die die Kamera speist – auch wenn USB auf der Enduro nichts taugt und die Buchse auf der Tour sicher wieder kaputtvibriert wird.

Es sind zwar noch drei Wochen…

…bis es für das kleine nervöse Motorrad zur Verschiffung nach Kapstadt geht – aber es wollte nach den beiden Touren durch den niederländischen Staub schonmal etwas Zuwendung haben:

das kleine nervöse Motorrad

Es gibt schon wieder neue Reifen – dabei sind die alten doch noch fast gut.  Aber die Kaokoland-Tour im Januar wird gute 6000km umfassen – und da will ich kein Risiko eingehen, zwischendrin ohne Profil da zu stehen.

Mitas C-02 Stone King

Aber die alten Reifen trägste dann noch auf, versprochen?

Seit dieser Geschichte hat das keine nervöse Motorrad eine offfene Ritzelabdeckung, so daß man schnell mal nachschauen kann. Und auch , wenn noch etwas Fleisch drauf ist – der Verschleiß am Ritzel ist schon deutlich. Das also sicherheitshalber auch getauscht. Die Kette und das Kettenrad sollten es noch 6000km machen.

Ritzel alt und neu

Die nächsten Tage gibts noch ‘nen Zusatzscheinwerfer und den Kamerahalter, einige Probefahrten 🙂 und dann kommt noch das Sportkennzeichen ran und es kann losgehen.

Und nochmal Hart van Brabant…

…diesesmal mit dem Sandmann, kleiner Chris und bdr528 aus dem Motorradforum. Es geht die gleiche Strecke wie letztes Wochenende lang – der Sandmann vorweg und ich paß auf daß keiner auf den großen Motorrädern verloren geht.

Aber erstmal noch ein Blick auf die Kirche in Hilvarenbeek bei Licht:

Kirche in Hilvarenbeek

Dann geht es nach einer kleinen Einweisung auch schon los. Es hat auch die letzte Woche nicht geregnet, so daß es weiterhin ordentlich sandig ist.

Und nach der ersten Sandstrecke dacht ich – das kann ja was werden!

erste Sandstrecke

Aber man muß es unseren beiden Neulingen lassen – sie haben schnell gelernt! Auf der nächsten Sandstrecke ging es dann schon besser…

Sandstrecke

…auch wenn das Kurven Fahren auf Sand erst noch Probleme macht 🙂

Kurven Fahren auf Sand

Sauber auf der Kurvenaußenseite eingeparkt 🙂

auf der Kurvenaußenseite eingeparkt

Aber insgesamt ging das erstaunlich gut! Da hatte ich anderes befürchtet.

Pause gibts wieder an der trojanischen Kuh – heute ohne Touristenauflauf:

trojanische Kuh

Und heute ist es meinem kleinen nervösen Mototrrad gelungen, eines der Dicken in das einzige Schlammloch weit und breit zu locken (auf der Baby-Cross Strecke)

Schlammloch

Mit einmal zugesetztem Profil hilft dann nur noch schieben.

Schlammloch

Untersteh Dich! Da fährst du nicht rein! Ausnahmsweise hat mein kleines nervöses Motorrad da mal auf mich gehört 🙂 .

richtiges Schlammloch

Jedenfalls eine schöne Tour – lief gut! Nur hinten ist es ganz schön staubig…

Läuft

Interessant finde ich den Vergleich der Fahrdaten mit dem letzten Wochenende. Dort waren wir für diese Strecke 5:10:08h unterwegs (mit 2:52:22h Pasue). Und diesesmal fast identische 5:11:55h (mit 3:12:20h Pause).  Das hatte ich so nicht erwartet!

Die Durchschnittsgeschwindigkeit betrug beides mal 39,5km/h.

Statistik

Mal wieder Hart van Brabant…

…das hatten wir dieses Jahr noch gar nicht! Freitag Nachmittag gehts los – erstmal nach Hilvarenbeek, ganz in die Nähe vom Startort. Bei der Planung war ich mir über die Wetterverhältnisse nicht im klaren und hab  mich sicherheitshalber im Hotel Brabant eingemietet statt mein Zelt auf dem Campingplatz aufzustellen:

Hotel Brabant

Das kleine nervöse Motorrad schläft im Fiat 🙂

kleine nervöse Motorrad

Und für mich gibts nach der Anreise erstmal ‘ne Stärkung:

Pils

Dabei bleibt es nicht – es gibt im hoteleigenen Restaurant – das im Gegensatz zu den Zimmern, die dann doch sehr basic sind, tatsächlich empfehlenswert ist und auch entsprechend gut besucht wird – ganz hervorragende Spare Ribs. Die kleine Portion mit 500g reicht dabei dicke aus.

Anschließend noch ein Spaziergang durch das nächtliche Hilvarenbeek – eine feine niederländische Kleinstadt, alles sehr schick und ordentlich. Kirchenmäßig kommen sie zwar nicht mit Rumänien mit, es gibt aber eine große schicke Kirche. Die sind im protestantischen Holland sonst oft sehr schlicht.

Kirche Hilvarenbeek

Das kleine nervöse Motorrad ist aufgerödelt mit voller Navigationsausrüstung – auch wenn es heute das Schlußlicht macht und alle dem Sandmann hinterher fahren. Es will ja trotzdem wissen, wo es grade ist. Und das hat auch die ganze Strecke gut funktioniert. Roadbook-Navigation kann ich 🙂 .

Navigationsausrüstung

Die Abfahrt verzögert sich etwas, weil die üblichen Verdächtigen (KTM und Beta) Startprobleme haben. Beim einen läuft der Vergaser über – und die andere will partout nicht anspringen. Erst nach langem georgle mit Überbrückung von der Autobatterie klappts dann irgendwann. Zum Glück wiederholt sich das Problem unterwegs nicht.

Die Bedenken wegen Wetter waren unbegründet – aber in den vergangenen Jahren hatte ich diese Versanstaltung auch schon ziemlich matschig. Dieses Jahr war es – und ist es auch heute – trocken. Das macht sich an den Wegen…

trocken

…und der Staubentwicklung bemerkbar. Da ist die letzte Fahrposition alles andere als optimal!

Staub

Jedenfalls läufts!

Es läuft

Vorbei gehts an der trojanischen Kuh – die hatte ich letztes Jahr schon im Rohbau gesehen. Da kuckste, wa?

trojanische Kuh

Die hat sowas wie ‘ne Milchfabrik im begehbaren inneren…

trojanische Kuh

Einfahrt zur Baby-Cross Strecke…

Baby-Cross Strecke

…durch das Wasserloch hat sich keiner durchgetraut. Vielleicht wollte auch nur niemand das wertvolle Biotop stören 🙂

Wasserloch

Da gings lang – im niederländisch – belgischen Grenzgebiet westlich von Eindhoven. Ich weiß nicht, wie oft wir über die Grenze gefahren sind – die ist oft auch gar nicht richtig erkennbar. Nur wen an der Tankstelle riesen Mengen Zigaretten verkauft werden, sind wir wohl grad in Belgien, wo es billiger ist.

Karte

Und auch wen die Strecke aussieht wie die von den letzten malen – sie ist doch anders. Dies ist Roadbook 2, die letzten Jahre hatte ich die Nummern 1 und 3.

Statistik

Vor der Rückfahrt gibts eine zünftige Abkühlung…

Abkühlung

…und zusammen mit Malte eine Stärkung für die lange Fahrt. Natürlich Spare Ribs – hatte sich gestern ja schon bewährt 🙂

Spare Ribs

Und pünktlich um Mitternacht war dann der kleine Fiat wieder in der heimischen Garage und grinst mich heute an als wenn ihm die ganz alleine gehört.

Fiat Doblo