Alpen Tag 01: Hannover bis Lebach

Die Tenere steht morgens mit leichtem Gepäck auf dem Hof. Denn heute geht es los – über die Alpen bis ans Mittelmeer und zurück.

Es ist heute der erste herbstliche Tag – nur ca. 15°C und wolkenverhangener Himmel. Immerhin regnet es nicht – und das bleibt auch den ganzen Tag so.

Heute steht eine lange Etappe auf dem Proramm, um Strecke zu machen. Es geht auf mehr oder weniger gerader Linie nach Südwesten. Da hat Kurviger.de eine überraschend schöne Strecke zusammengebaut. Überwiegend auf kleinen Straßen durch schwach besiedelte Gegend.

Und es liegen auch interessante Gegenden auf dem Weg. Es geht durch das Weserbergland, Sauerland, Siegerland, den Westerwald und Hunsrück.
Im Westerwald kommt kurz die Sonne durch – das war heute aber eine Ausnahme. Es bleibt sonst kühl und wolkig.

Der Rhein hat wieder Wasser – mich bringt die Fähre rüber nach St. Goar, es sind aber auch viele Azusflugsdampfer unterwegs. Kein Wunder, die Loreley ist ja gleich um die Ecke.

Von da aus ist es nicht mehr weit bis nach Lebach im Saarland, dem heutigen Etappeniel.

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Alpen Tag 0: Wo gehts hin?

Ich hab noch 10 Tage Zeit – und bevor es Winter wird könnt ich die ja noch nutzen.
Nur wohin?
Ist doch einfach! Da wo’s warm ist und der Sprit billig!

Das sieht doch ganz nach Frankreich aus. Erstmal in zwei langen Etappen runter in den Süden, dann die Route Napoleon über die Alpen bis ans Mittelmeer und zurück über die Route des Grandes Alpes zum Genfer See – oder Lac Leman, wie ihn die Franzosen nennn. Die Route des Grandes Alpes hatte ich vor einigen Jahren schonmal versucht – da war ich aber zu früh im Jahr, es waren noch viele Pässe geschlossen. Das sollte jetzt kein Problem mehr sein.

Vom Genfer See dann vorsichtig durch ein Stückchen Schweiz und weiter durch deutsche Mittelgebirge zurück nach Hannover.

 

Mal wieder: Hart van Brabant

Es ist mal wieder so weit: Ad lädt zu einer Runde ‘Hart van Brabant’ ein. Das ist für mein kleines nervöses Motorrad für dieses Jahr vermutlich die letzte Gelegenheit für eine standesgemäße Tour – daher will es da unbedingt hin. Und mit dem kleinen Fiat ist das ja nun auch kein Problem mehr. Also gehts Freitag Abend auf die Autobahn, übernachtet wird dann vor Ort im Laderaum vom Fiat. Mit neu eingesetzten Dachfenster ist jetzt die Frischluftversorgung auch mit geschlossenen Türen gesichert.

Über Nacht beginnt ergiebiger Regen – der trommelt ziemlich laut auf das nicht isolierte Blechdach von kleinen Fiat. Der Regen hält die ganze Nacht an – das Regenradar verspricht aber, daß der gegen 09:30h aufhört. Daran hält er sich auch, so daß es los gehen kann:

Das kleine nervöse Motorrad hat ja seine Rallye-Navigationseinrichtung an die Husky abtreten müssen – es kann also nicht mehr nach Papier-Roadbook fahren. Und Ad hat auch kein Tripy mehr verfügbar. Aber für gute Kunden rückt er schonmal das GPS-Track raus. Navigation also heute wie gewohnt mit dem Garmin Montana.

Gleich nach dem Start kommt eine normalerweise tief sandige Strecke. Der Regen über Nacht hat das in eine Seenplatte verwandelt:

Hier hat man heute nicht 30cm tiefen trockenen Sand – sondern 30cm Schlamm. Wie man an den Spuren sieht, sind nicht alle Vorfahrer geübt im Schlamm.

Aber es gibt glücklicherweise auch weniger weich Strecken. Passte da durch? – Na klar – Bin doch keine GS!

Haben die die Spuren im Schlamm verursacht? Möglich wärs. Mit den schweren Motorrädern und straßenorientierten Reifen ist das heute eine echte Herausforderung!

Immer weider kommen tief schlammige Abschnitte. Ich predige ja immer, daß die Spurwahl entscheidend ist. Aber wenn man hier dem Bauern nicht übers Feld fahren will hat man keine Chance – ist überall schlecht.

Ich bin die Tour zwar schon einige Male gefahren – aber entweder baut Ad die immer wieder um oder ich hab ein schlechtes Gedächtnis. Denn es waren heute erstaunlich viele Singletrails drin. An die hatte ich von den letzten Jahren keine Erinnerung.

Und durch den Wald gehts auch ein Stückchen…

Nochmal so eine Stelle, wo Spurwahl einen nicht weiter bringt. Da muß man halt irgendwie durch! Glücklicherweise haben die hier Sandboden. Man stelle sich vor, das wäre auch noch Lehmboden!

Nach 6h sind die 200km Strecke geschafft. Das hat – insbesondere wegen der ausgeprägten Stollenreifen, die auch im tiefen Schlamm ordentlich Traktion und Seitenführung haben – ganz gut geklappt. Ist aber trotzdem anstrengend. Lediglich kurz vor Schluß wollte das kleine nervöse Motorrad noch einen Schlammlöpper machen. Das konnte ich grad noch verhindern – hab dafür dann aber auch die ganze Wegbreite benötigt.

Und fürs nächstemal: Wenn schon Regen angekündigt ist – nimm doch die Wasserdichten Socken mit – und Ersatzsocken!

Skandinavien: Fazit und Inhalt

Es ging für 19 Tage und 5815km durch den südlichen Teil von Norwegen und Schweden. Da muß man nicht viel zu schreiben – das ist ein Selbstläufer.

Inzwischen kenne ich schon viele der Ziele – dennoch ist es schön, die wieder zu sehen. Die skandinavischen Länder lassen sich halt sehr einfach bereisen – man kann sich immer auf eine gute Infrastruktur verlassen (die allerdings ihren Preis hat).

Besonders hervorheben möchte ich die vier Nächte Aufenthalt in Rosentorp – das ist dort immer wieder entschleunigend – so im Camp im Wald ohne weiteren Kontakt zur Außenwelt.

Wer nachlesen möchte, findet hier Direktlinks zu den einzelnen Tagen:

Skandinavien Tag 01: Hannover bis DK-Apenrade
Skandinavien Tag 02: Apenrade über Hirshals bis N-Kristiansand weiter nach Bjonndalen
Skandinavien Tag 03: Bjonndalen bis Lysebotn
Skandinavien Tag 04: Lysebotn bis Jondal
Skandinavien Tag 05: Jondal – Laerdal
Skandinavien Tag 06: Laerdal bis Nautoya
Skandinavien Tag 07: Nautoya bis Vaga
Skandinavien Tag 08: Vaga bis Alvdal
Skandinavien Tag 09: Alvdal Runde Nordwärts
Skandinavien Tag 10: Alvdal – Ronde Os / Röros bis Landfastoyen
Skandinavien Tag 11: Landfastoyen bis SE-Stöten
Skandinavien Tag 12: Stöten bis Rosentorp
Skandinavien Tag 13: Rosentorp
Skandinavien Tag 14: Rosentorp – Orsa Finnmark Revisited
Skandinavien Tag 15: Rosentorp – Orsa Finnmark Revisited II
Skandinavien Tag 16: Rosentorp bis Sysslebäck
Skandinavien Tag 17: Sysslebäck bis Töcksfors
Skandinavien Tag 18: Töcksfors bis Göteborg, auf See
Skandinavien Tag 19: Auf See, Kiel bis Hannover

Skandinavien Tag 19: Auf See, Kiel bis Hannover

Die Nacht war ruhig und nach dem Frühstück gehts schon durch die Kieler Förde. Es ist morgens noch diesig – das wird sich aber bald ändern.

Es geht auf neuer Strecke – aber weiteriun auf kleinen Straßen – aufs Zuhause zu.

Zur Abwechslung habe ich mal die Zollenspieker Elbfähre – südlich von Hamburg – statt der bewährten Fähre Glückstadt-Wischhafen eingeplant.

Das ist eine kleine nette Fähre, die Elbe ist hier viel schmaler (muß ja auch nicht mehr von Ozeandampfern befahren werden). Dennoch ist das keine Alternative: Die Fähre liegt einfach zu weit im Speckgürtel von Hamburg, der sich ätzend fährt.
Und – fast zu Hause – gibts eine stahndesgemäße Begrüßung mit norddeutschem Mistwetter:

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Skandinavien Tag 18: Töcksfors bis Göteborg, auf See

Heute ist der letzte Tag der Reise in Schweden. Es geht erst noch etwas durch Wälder,

aber schon bald wird die Landschaft landwirtschaftlicher,

und es kommen immer mal wieder ‘Kulturbauten’ ins Sichtfeld.

Der Hafen von Göteborg wird ohne Zwischenfälle erreicht, dort sperrt die Stena Scandinavica schon ihr hungriges Maul für die Tenere auf.

Es geht unter der Hafenbrücke durch

und dann heißt es ‘Tschüß Schweden’

Die Bordküche serviert als Tagesgericht den schwedischen Klassiker Kjöttbular,

und die untergehende Sonne färbt den Himmel rot.

Gute Nacht!

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Skandinavien Tag 17: Sysslebäck bis Töcksfors

Es geht heute weiter den schwedischen TET entlang. Der enthält heute weniger Schotterautobahnen, dafür mehr ‘normale’ Waldwege, die aber im allgemeinen auch gut zu fahren sind,

…wenn auch teils etwas sehr reichlich geschottert.

In der Nähe zur norwegischen Grenze komme ich an Skansen Hultet vorbei – einen in Rahmen des WW II stark gesicherten Berg. Nur einer der kleinen Bunker:

Von innen durch die Schießscharten ist die Sicht doch sehr begrenzt.

Heute ist das Areal frei zugänglich und über Holztreppen erschlossen.

Nach den Tagen durch die endlosen Wälder – wo jeder Ort mit Tankstelle und Lebensmittelladen schon als Versorgungszentrum zählt – ist der Anblick eines riesigen Einkaufszentrums doch ungewohnt.

Dessen Existenz läßt sich hier in Charlotenberg nur durch die nahe Grenze zu Norwegen erklären. Ich konte nicht auf Anhieb erkennen, in welchem der Gebäude ich denn nun einen Lebensmitelladen finde um mein Mittagessen zu kaufen und bin dann lieber zum Coop in der Innenstadt gefahren…
Schluß ist heute an der Marina in Töcksfors.

So bleibt morgen noch ein kurzer Tag zur Fähre nach Göteborg.

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Skandinavien Tag 16: Rosentorp bis Sysslebäck

Es geht nun an die Rückreise. Dafür erstmal wieder ein Stück nach Westen – in die Nähe der norwegischen Grenze nach Lilhärdal. Von dort geht es dann im wesentlichen auf dem schwedischen TET südlich.
Hier oben ist wenig los – und auch die Tankstellen werden sparsamer. Ne Laterne, Zapfsäule und Kartenleser muß hier für eine Tankstelle reichen.

Es geht heute den ganzen Tag durch menschnleere, unendliche Wälder.

Diese Brücke kennt mein Navi als ‘unpassable bridge’. Das kann ich so bestätigen.

Muß die Tenere halt einen anderen Weg suchen (war aber nicht schwer).
Diese Furt ist nun keinesfalls unpassable – los – weiter!

Als größerer Ort (d.h. es gibt einen Lebensmittelladen und eine Tankstelle) liegt heute Särna auf der Strecke. Da hats Blumenschmuck an der Straße.

Ich find ja, die Tenere sollte sich eher für Benzin als für Blkumen interessieren…
Interessante Wolkenformationan am ansonsten bakun Himmel.

Kurz vor Schluß der heutigen Etappe haben die Schweden nochmal alles gegeben und eine extra breite Schotterautobahn in den Wald gefräst.

Schluß ist heute in Sysslebäck auf einer gepflegten Zeltwiese auf einem ansonsten fast leeren Campingplatz.

Die Saison ist hier offenbar vorbei. Wohl zu Recht – denn auch wenn es tagsüber sonnig und warm ist, so kühlt es doch zum Abend hin empfindlich ab.

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Skandinavien Tag 15: Rosentorp – Orsa Finnmark Revisited II

Heute wieder strahlender Sonnenschein (und das Beste: Die Tage bis Donnerstag soll es so bleiben). Da fliegt die Tenere über Schotterautobahnen bis ans Ende der Welt.

Halt – ganz so weit nicht. Erstmal zum Vässinkosi Damm. Es ist sehr wenig Wasser im Stausee – obwohl es hier eigentlich ordentlich geregnet hat.

Der Überlauf ist daher natürlich trocken gefallen – wie all die Jahre vorher auch.

Weiter zum Helvetesfallet:

Ein ordentlich Wasserfall – den man wegen der ungünstigen Position der Aussichtsbrücke aber nicht komplett fotografieren kann.

Aber wie ich schon schrieb – wer einmal in Island war, ist für andere Wasserfälle verloren.
Weiter zur Storstupet. Das Schild klingt vielversprechend – war aber übertrieben.

Die kennen wir auch schon. die Holzauskleidung der Holzrutsche ist inzwischen fast vollständig weggespült – macht aber nichts, die Flößerei ist ‘eh schon lange eingestellt.

Die Brücke der Inlandsbanan in 34m Höhe schaut aber ganz idyllisch aus.

Man darf gespannt sein, wie lange sich die Schweden die Inlandsbanan noch leisten wollen. Es steht da ganz schön Infrastruktur rum – aber wenn man sich die Schienen so ansieht, ist da eher sehr wenig Verkehr.
Zum Schluß noch ein Blick auf Skräddar-Djurberga – eine alte Sennerei von ca. 1700. Die gebäude wurden ab den 1960er Jahren nach und nach renovoiert, so daß sie bis heute erhalten sind.

Die Info-Tafel behauptet zwar, das auch heute noch eine Sennerin in den Sommermonaten anwesend sei – aber das ist wohl nicht mehr aktuell.
Zum Schluß noch ein Bild aus der Südheide? Nee – das ist auch Orsa Finnmark.

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Skandinavien Tag 14: Rosentorp – Orsa Finnmark Revisited

Die Tenere kennt ja die Orsa Finmark noch nicht – also kann ich einfach alte Touren von vor einigen Jahren nochmal fahren. Und so viele Sehendwüredigkeiten gibts hier ‘eh nicht, daß man große Auswahl hätte.
Dafür endlose Wälder durchzogen mit Schotterautobahnen

…und kleineren Waldwegen.

Die Brücke ist immer noch nicht repariert – ich denke, das wird auch nichts mehr. Dafür ist die Absperrung jetzt so befestigt, daß man sie einfach öffnen kann.

Paß auf, daß du nicht durch das Loch fällst!

Irgedwann ist dann der Aussichtspunkt auf dem Pilkalampinoppi erreicht – dem höchsten Berg weit und beit. Das ist die alte, bis in die 1950er Jahre genutzte Feuerwache – zum frühzeitigen Entdecken von Waldbränden.

Und so siehts von oben aus:

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