Motorradtour Marokko 2020 und COVID-19 / Coronavirus

Im April geht es zu Dritt in die Wüste und Berge von Marokko:

Symbolbild

Es sind für vier Wochen Strecken in den Sandgebieten von Merzuga und Zagora geplant, die schösten Strecken im Atlas und es besteht die Option ganz bis in den Süden nach Tan Tan zu fahren:

Karte

Die Motorradspedition für den Transport bis Malaga ist gebucht, ebenso die Flüge und Fährpassage. Eigentlich kann nichts mehr schief gehen.

Ich vermute aber, daß es bei dem Symbolbild bleiben wird 🙁 . Auch wenn man es heute vielleicht noch bis Marokko runter schaffen könnte: Die rasante Ausbreitung von COVID-19 wird das in drei Wochen, wenn es eigentlich los gehen soll, wohl vereiteln.

Ich rechne zum Ende März in Deutschland und Spanien mit an die 100.000 Fällen. Das wird zu drastischen Maßnahmen führen und früher oder später werden die Marokkaner ihre Grenze schließen, auch wenn Touruismus dort ein bedeutender Wirtschaftsfaktor ist.

Wie komme ich auf 100.000 Fälle? Ganz einfach: Aus der Betrachtung der Zahlen aus China, Wuhan. Dazu gibt es eine ausführliche Analyse, auch in deutscher Übersetzung.

Wegen der langen Inkubationszeit machen sich alle Maßnahmen erst mit gut 12 Tagen Verzögerung bemerkbar.

In Wuhan wurde das öffentliche Leben bei 400 erkannten Neuinfektionen an einem Tag eingestellt. Diese Zahl haben wir in Deutschland, Spanien und anderen Ländern bereits überschritten. Wir schieben also eine große Welle unerkannter Infektionen vor uns her, an denen keine Maßnahme noch etwas ändern kann. Zudem sind die Maßnahmen bei uns weniger restriktiv als in China. Dort gab es bis zum Abflauen ca. 80.000 Fälle – da scheint mir eine Schätzung von 100.000 Fällen realistisch – auch wenn ich hoffe, damit falsch zu liegen.

Und damit ist es ja nicht vorbei – das Virus wird uns weiter begleiten und solange nicht ein großer Teil der Menschen Immunität entwickwelt hat besteht immer die latente Gefahr einer erneuten Epedemie. Und 100.000 Fälle sind in Deutschland nur gut 0,1% der Bevölkerung – das kann uns also noch Jahre beschäftigen.

Ich sehe Motorradurlaube und Touren für die nächste Zeit unter keinem guten Stern…

Das kleine nervöse Motorrad…

…läßt es sich in meinem Wellnessalon gutgehen. Soll ja für die geplante Tour nach Marokko fit sein.

Vor der langen Reiser im Container aus Namibia hatte ich alle Metallteile mit Q20 eingesprüht – das hat gut finktioniert. Am Motor keine Korrosion zu sehen – und auch sonst nicht.

keine Korrosion

Hier läßt es sich grad neue Schuhe anpassen:

neue Schuhe

Aber auch solche unschönen Sachen wie Luftfilter waschen sind nötig.

Luftfilter waschen

Schwester, eine Klebstoffinfusion bitte!

Klebstoffinfusion

So wollte ich den losen Griffgummi auf dem Gasgriff wieder festkleben, ohne alles auseinanderbauen zu müssen. Hat leider nicht geklapppt … musste doch auseinender geschraubt werden. Dabei habe ich die Chance genutzt, gleich noch eine Schraube aus chinesischem Butterstahl vom Handschützer abzureißen. Nun muß es halt noch etwas im Schönheitssalon verharren, bis Ersatz dafür da ist…

Also ist auch Eurowings ein unseriöser Geschäftspartner…

…der einem einfach die verbindlich gebuchten, bezahlten und von meiner Seite aus nicht umbuchbaren Flüge unter dem Arsch weg verschiebt.

Für die Tuareg Rallye Revial Tour im April fahren die Motorräder ja per Spedition nach Barcelona – und wir fliegen von Hannover aus hinterher. Das war alles genau ausgezirkelt mit Fährterminen – Termin bei der Spedition und Flugterminen mit passenden Direktflügen von Eurowings.

Und heute die Überraschung: Hinflug einen Tag später, Rückflug einen halben Tag früher – und statt direkt über Stuttgart. Da paßt dann gar nichts mehr – vielen Dank auch an Eurowings 🙁 .

Und die gesetzlichen Regelungen kennen die auch – kannste nix machen:

“Ich wurde mehr als zwei Wochen vor Abflug darüber informiert, dass es eine Änderung des Flugplans gab. Bin ich anspruchsberechtigt?
Nein! Jede Änderung der Flugzeit oder Streichung eines Fluges in einem Zeitraum von mehr als zwei Wochen vor dem geplanten Abflug ist gemäß der EU-Regulation 261/2004 NICHT anspruchsberechtigt.
Damit wurde den Airlines ein sehr großer Spielraum gewährt, um Umbuchungen/Streichungen vorzunehmen, die keine Ansprüche nach der Fluggastrechte-Verordnung 261/2004 auslösen.”

Da hat sich doch der Gesetzgeber über den Tisch ziehen lassen – wenn es für mich nicht umbuchbar ist, darf es auch für die Fluggesellschaft nicht umbuchbar sein. Oder wenn doch – dann auch für mich. Aber so ist das doch ein sehr einseitiges Geschäft.

Und ich dachte, sowas passiert nur in Afrika – wo auf einmal der Anschlußflug einen halben Tag später stattfindet…

Da habe ich auch bei Eurowings das Gefühl dass man erst mal viele Flüge in den Flugplan schreibt um Kunden anzulocken, die man dann gar nicht durchführt. Vielleicht nehmen die dann ja die verschobenen Flüge und man kriegt so die Flugzeuge voll.

Immerhin haben sie das problemlos storniert.

Gehts jetzt halt mit Vueling hin (direkt, teurer – weil nicht schon vor zwei Monaten gebucht – da wars nämlich auch nicht wirklich teurer als Eurowings),  und mit KLM zurück – mit Zwischenstop in Amsterdam.

Die neuen Buchungen haben jetzt ‘nur’ einen Schaden von knapp 100 EUR verursacht, die Eurowings natürlich nicht trägt.

Aber ich weiß, mit wem ich keine Geschäfte mehr mache.

Tuareg Rallye 2017: Fotogalerie

Es sind noch Fotos angekommen – hier eine Auswahl der schönsten offiziellen Rallyefotos: Die Vorschaubilder lassen sich natürlich groß-klicken!

Inhalt: Marokko 2017 mit Sandtraining und Tuareg Rallye

Hier eine Linkliste zu allen Beiträgen der Marokko Tour 2017 zum einfachen Zugriff:

Probepacken

Marokko Tag 00: Morgen gehts los…

Marokko – Tag 01 und 02 – Hannover bis Genua

Marokko – Tag 03 und 04 – Auf See, Tanger bis Martil

Marokko – Tag 05 – Martil bis Nador

Marokko – Tag 06 – Nador bis Guercif

Marokko – Tag 07 – Guercif bis Talsinnt

Makokko – Tag 08 – Talsinnt bis Merzouga

Marokko – Tag 09 – Sandtraining Tag 1

Marokko – Tag 10 – Sandtraining Tag 2

Marokko – Tag 11 – Sandtraining Tag 3

Marokko – Tag 12 – Sandtraining Tag 4

Marokko – Tag 13 – Sandtraining Tag 5

Marokko – Tag 14 – Sandtraining Tag 6

Marokko – Tag 15 – Merzouga bis Midelt

Marokko Tag 16 bis Tag 23: Da bin ich die Tuareg Rallye mitgefahren. Dazu gibt es ein eigenes Inhaltsverzeichnis.

Marokko Tag 24 – Saidia

Marokko Tag 25 – Saidia bis Taounate

Marokko Tag 26 – Taounate bis Khenifra

Marokko Tag 27 – Khenifra bis Cascades de Ouzoud

Marokko Tag 28 – Cascades de Ouzoud

Marokko Tag 29 – Cascades de Ouzoud bis Marrakech

Marokko Tag 30 – Marrakech

Marokko Tag 31 – Marrakech bis Taliouine

Marokko Tag 32 – Taliouine bis Tafraout

Marokko Tag 33 – Tafraout bis Fort Beau Jerif (bei Guelmim)

Marokko Tag 34 – Fort Beau Jerif

Marokko Tag 35 – Fort Beau Jerif

Marokko Tag 36 – Fort Beau Jerif bis Assa

Video: Fahrt durchs Wasserloch

Marokko Tag 37 – Assa bis Tafraout

Marokko Tag 38 – Tafraout bis Sidi Kaouki

Marokko Tag 39 – Sidi Kaouki bis El Jadida

Marokko Tag 40 – El Jadida bis Kenitra

Marokko Tag 41 – Kenitra bis Tanger Med.

Marokko Tag 42 + 43 – Auf See

Marokko Tag 44 – Genua bis Hannover

Marokko – Fazit

Das kleine nasse Motorrad…

Yahama WR250R – der eingebaute Diagnosecomputer

Das kleine nervöse Motorrad…

Marokko – Fazit

Bevor die Gedanken wieder vom Alltag in Anspruch genommn werden noch ein schnelles Fazit:

Erstmal die Statistik:

  • 44 Tage
  • 7679 km mit dem kleinen nervösen Motorrad
  • Kein Regen und durchgehend angenehm sonnig – eine gute Alternative zu norddeutschem Schmuddelwetter im März/Aril.
  • Kreuz und Quer durch Marokko
Kreuz und Quer durch Marokko
Kreuz und Quer durch Marokko

Was hats gekostet:

  •  250 EUR für die Fähre
  •  100 EUR Autobahngebühren
  •  200 EUR Sprit fürs Auto
  • 1700 EUR eine Woche Rallyeteilnahme
  •  750 EUR eine Woche Sandtraining in Merzouga
  • 1000 EUR Ausgaben vor Ort

Ist nicht geschenkt – insbesondere die Rallyeteilnahme schlägt ins Kontor – aber dafür bekommt man da auch was geboten! War jedenfalls eine meiner besten Entscheidungen, daran teilzunehmen. Auch wenn ich mir da vorher nicht so sicher war. Aber es ist ja oft so, daß sich solch schwierigen Entscheidungen hinterher als die besten entpuppen. War ja auch so mit der Entscheidung, bei der alten Firma aufzuhören um mehr Zeit zu haben.

Der Fahrer hat alles gut überstanden – zwischenzeitlich aufgetretene blaue Flecken und Abschürfungen sind inzwischen wieder weg.

Das kleine nervöse Motorrad und die andere Ausrüstung hat keine solchen Selbstheilungskräfte – da ist demnächst was instand zu setzen.

Aber das sind alles Kleinigkeiten – sehr schön ist daß das kleine nervöse Motorrad immer zuverlässig gefahren ist und unterwegs keine Reparaturen notwendig waren. Es hatte aber so 10km vor Tanger Med. plötzlich keinen Leerlaf mehr – d.h. im Stand geht der Motor aus. Merkwürdigerweise ging es dann später wieder – das muß ich mir zu Hause dann mal in Ruhe ansehen (oder erstmal weiter beobachten 🙂 ).
Ansonsten ist zu tun:

  • Griffheizung rechts ist defekt
  • Blinkerschalter ist sandig – muß gereinigt werden
  • Beim Rucksack ist der Verschluß vom Brustgurt defekt und ein Reißverschluß schwergängig
  • Bei einer Satteltasche löst sich eine Verklebung und ein Verschluss ist defekt
  • Beim Navigationsbrikett ist Sand unter der Displayschtzfolie
  • 1. Hilfe Material wieder aufffüllen (oder gleich ersetzen)
  • Lenkeradapter links sitzt etwas schief – richten
  • Federbein hinten Dämpfung etwas höher einstellen
  • Stiefel links Stahlkappe ersetzen
  • Fußraste quietscht – da sollte ein Tropfen Öl helfen
  • Schlauch vom Kettenöler befestigen
  • Ölwechsel und Inspektion
  • Kettenspannung einstellen
  • Neue Reifen
  • Die Isomatte verliert geringfügig Luft…Und Großwaschtag ist angesagt. Ist schon erstaunlich, wie pekig so ein Helm, Jacke und Panzer nach nur 6 Wochen in der Wüste sein können 🙂 .

Marokko Tag 44 – Genua bis Hannover

Glück gehabt – die Fährte spuckt das kleine nervöse Motorrad unbeschadet wieder aus! Freundlicherweise morgens um 07:30h – und nicht wie im Fahrplan um 0:30h.

Genua
Genua

Und der Kangoo hat die ganze Zeit brav in seiner Ecke im Industriegebiet 30km vor Genua gewartet – und springt auch auf Anhieb an!

Kangoo
Kangoo

OK – etwas Langweile hatte er doch und hat die Bremse hinten rechts festrosten lassen. Einige Male mit blockiertem Hinterrad vor und zurück – ein lauter Knack! – und es rollt wieder.
Es geht durch Italien, Schweiz und Österreich – immer dicht verfolgt von zwei Motorrädern

zwei Motorräder
zwei Motorräder

In Heroldstatt heisst es dann die Rallyekiste einsammlen, im örtlichen Nettomarkt für die kommenden zwei Feiertage Lebensmittel einkaufen – und  Abschied nehmen. Denn hier trenenn sich unsere Wege – der andere Christoph fährt Richtung Chemnitz. Aber nicht ohne vorher die festgerostete Bremse hinten links bearbeitet zu haben…da war es mit etwas vor und zurück nicht getan.

Bremse fest
Bremse fest

Marokko Tag 42 + 43 – Auf See

Es geht über das Mittelmeer nach Genua – mit einem Zwischestopp in Barcelona. Genau wie auf der Hinfahrt 🙂 .
Viel zu tun gibts hier nicht: Schlafen, aufs Wasser gucken, essen, lesen, essen, aufs Wasser gucken, essen, schlafen, aufs Wasser gucken, essen…

Mittelmeer
Mittelmeer

Immerhin scheint die Sonne und es ist auch auf See angenehm warm für einen Aufenthalt an Deck.
In Barcelona wird dann mal getankt…

Tanken
Tanken

…und noch einige Fahrzeuge verladen

VW-Käfer Cabrio
VW-Käfer Cabrio

Der sieht echt gut erhalten aus – mußte aber in Genua von der Fähre geschoben werden…