Das kleine nervöse Motorrad…

…hat sich einen neuen Transporter gewünscht. Da muß es nun mal seine Sachen zusammenpacken

…und mich in die Nordspitze von Bayern bringen.

Denn da steht sein neuer Transporter, mit dem es sich dann demnächst wieder nach Holland – und hofentlich auch wieder nach Afrika – kutschieren lassen kann. Dieses mal mit Hochdach für mehr Kopffreiheit.

Keine Schönheit, aber prakisch und günstig.

Los – spring rein. Siehste, paßt!

Wie üblich noch die Karte und Statistik dafür:

Die Tenere findet es doof…

…dass die Garage so leer ist, seit der kleine Fiat weg ist und fährt daher heute mit mir mal kurzentschlossen in die Nähe von Frankfurt. Da will sie keine Zeit verlieren und nimmt die A7. Die war zum Glück staufrei und die Tenere kommt gut voran.

Während die Sertao II schon bei Reisegeschwindigkeit 120 arg angestrengt klang, hat die Tenere mit Richtgeschwindigkeit 130 kein Probem und kommt leicht auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit in Fahrt von über 100km/h.

Angekommen gibts ein momentan ungewohntes Bild: Ein Autohändler mit dem Hof voller Autos:

Das sind alles EU-Importfahrzeuge und sie hätten halt rechtzeitig reichlich bestellt. Hätten halt auf Renault und Fiat gewechselt statt wie früher vorwiegend VW zu kaufen. Bei denen gäbe es schon länger nichts mehr. Aber wenn das weg sei, sei auch da erstmal Schluß, neue Autos würden momentan nur an namentlich bekannte Kunden geliefert.

Aber er hat zwei von denen stehen:

Das ist das polnische Modell und das wäre mit 10km und Tageszulassung auch noch 5000 EUR billiger als das (nicht mehr bestellbare) Basismodell in Deutschland. Große Ausstattungsunterschiede scheint es nicht zu geben, beide haben Klimaanlage und Radio, und das polnische Modell sogar ein Reserverad statt nur einer Sprayflasche.

Damit ist das soll heute erstmal erfüllt, zurück geht es dann durch den Spessart…

…bis zu meiner häufiger genutzten Unterkunft im Knüllwald. Denn für den Nachmittag sind Unwetter mit starkem Gewitterregen und Hagel angesagt. Das schaue ich mir lieber nicht aus dem Sattel der Tenere an, sondern vom Wellnessbereich aus.

Das kam dann auch pünktlich wie angekündigt – hier ist es dann schon vorbei und es klart am Horizont schon wieder auf.

Am nächsten Morgen geht es auf bekannter Strecke zurück nach Hause.

Es ist zwar noch wolkig, aber ab und zu kommt die Sonne durch und es bleibt trocken.

‘Ne Karte gibts diesesmal nicht – da hab ich mich am Navi vertippt. Nur die Statistik war noch vorhanden:

Tschüß kleiner Fiat…

…zu einer Zukunft in Bosnien-Herzegowina:

Fiat Doblo

In knapp 4 Jahren haben wir zusammen 32.609km zurück gelegt. Dabei haste 2000 EUR Wertverlust eingefahren – und größere Reparaturen in Form von Zahnriemenwechsel, Traggelenken und zwei Reifen von knapp 1000 EUR verursacht. Das finde ich in Ordnung.

Und wenn’de nun nicht ständig irgendwelche Sensorfehler melden würdest, ein festgegammeltes Wastegate im Turbo hättest und nicht auch noch ruckeln würdest könnten wir gern noch weiter fahren. Aber so eine aufwändige Reparatur ist nur in Gegenden möglioch, wo die Arbeitszeit billiger ist als hier. Immerhin haste es aus eigener Kraft auf den Transportanhänger geschafft. Also machs gut!

Der kleine Fiat…

Doblo ist schon ‘ne Weile krank und gesundet einfach nicht. Ich hatte schon vor einiger Zeit den Luftmassenmesser ausgetauscht in der Hoffnung, daß die Fehler

P010F Sensor incongruence Signal High
P0402 EGR Valve Excessive Flow – Signal High

sich damit beseitigen lassen. Das war nicht erfolgreich, daher habe ich heute das AGR Ventil und den Ladedrucksensor (zusammen für 60,58 EUR) ausgetauscht. Dafür erstmal wieder die Batterie samt Halter ausgebaut damit man überhaupt dran kommt und dann Teile der Ansaugbrücke abgeschraubt. Dann lassen sich das Abgasrückführungsventil und der Ladedrucksensor abschrauben, wenn man gelenkige Finger hat.

Platz gemacht

Erwartungsgemäß ist das alles ziemlich verkokt. Das AGR-Ventil…

AGR-Ventil

…und auch der Sensor kleben von öligen Rußrückständen.

Boost Pressure Sensor

Leider zeigte eine kurze Probefahrt, daß es das nicht war. Die Fehler treten nach kurzer Zeit wieder auf – und die Kiste ist sehr kraftlos.

Das habe ich zum Anlass genommen, mal während der Fahrt Werte aufzuzueichnen. Das hätte ich vielleicht schon eher machen sollen:

Boost Prressure

Hier sieht man in blau (obere Kurve) die Motordrehzahl. Darunter in grün den bei der Drehzahl gewünschten Ladedruck. Und darunter in rot den tatsächlichen Ladeddruck. Wie man leicht sieht, bleibt der deutlich hinter dem Sollwert zurück. Das war zu befürchten.
Das kann nun entweder noch eine Undichtigkeit in der Ansaugluftverrohrung einschließlich Ladeluftkühler sein – oder defekte oder klemmende Leitschaufeln im Turbolader. Mal sehen, wie ich da weiter mache…

Der Fiat Doblo…

…hatte sich letztes Wochenende auf der Rückfahrt aus Belgien zum Raucher entwickelt: Keine Leistung, qualmt dafür wie eine Dampflock.

Den habe ich mir dann heute mal näher angesehen. Festzustellen war erstmal kein erhöhter Ölverbrauch und es gab auch keine Einträge im Fehlerspeicher. Wenn man tief in die Eingeweide schaut, sieht man das:

Luftschlauch

An der Ansaugbrücke ist der vom Ladeluftkühler kommende Luftschlauch abgerutscht. Dadurch ist der Turbolader unwirksam und der Motor bekommt zu wenig Luft.

Den Schlauch wieder befestigt, und der Fiat kotzt erstmal Ruß aus dem Auspuff:

Ruß

Es kan dann noch einen Fehler P0402 (EGR Valve gas recirculation excessive flow detected) – das EGR Ventil war vermutlich durch Ruß blockiert. Den Fehler gelöscht und auch nach 50km Probefahrt tritt kein Fehler mehr auf und der kleine Fiat fährt wieder normal.

Der Fiat Doblo…

…pinkelt hier auf den Hof.  Und zwar süßlich – also ist es Kühlwasser. Ich mußte schon länger immer mal geringe Mengen nachfüllen – aber es war nie was zu sehen. Aber diesesmal gabs auf der rechten Motorseite auf halber Höhe Flüssigkeitsspuren.

Also mal an den Schläuchen gewackelt – und schwupps – hatte ich einen in der Hand!

Kühlerschlauch

Da ist ein Kunstoff-Schlauchstutzen am Thermostatgehäuse abgebrochen. Noch dachte ich, das sei keine große Sache – fahren kannste damit jetzt ‘eh nicht mehr, also tauschte mal schnell den Thermostat.

Damit man überhaupt drankommt, muß man erstmal die Batterie samt Halter und den Luftfilter mit den ganzen Ansaugrohren ausbauen. Dann lassen sich die Schläuche am Thermostat und die obere Schraube lösen. Vor der unteren ist aber der Kühler für die Abgasrückführung angebracht – der muß also auch noch weg. Und eh man da dran kommt, darf man die halbe Ansaugbrücke abschrauben. Wenn ich das geahnt hätte!

Alles ab

Da isser, der Übeltäter. Rechts das neue Teil, noch mehr aus Plastik als der alte.

Thermostat

Da glänzt das neue Teil am Motor. Nun ‘nur’ noch alles rückwärts wieder einbauen!

Thermostat

Und wo ich schonmal dabei war, gleich noch den Luftfilter gewechselt. Das wurde wohl die letzten Inspektionen ausgelassen:

Luftfilter

Was man dem Monteur nicht verübeln kann. Denn um den Filtereinsatz zu wechseln muß man die Batterie samt Halter, die ganzen Ansaugschläuche und dann den Luftfilterkasten selbst ausbauen. Im montierten Zustand kann man den Filtereinsatz nicht wechseln, weil der Luftfilterkasten statt mit Verschlußklammern zugeschraubt ist. Und eine der drei Schrauben ist von der Karosserie verdeckt.

Um Wartungsfreundlichkeit hat sich da keiner Gedanken gemacht. Da gings bei der Entwicklung wohl nur darum, wie bekommt man das ganze Zeugs in den Motorraum!

Und es kommen harte Zeiten für den lokalen Handel:
Ich hätte den Luftfilter eigentlich am Donnerstag Nachmittag – nachdem ich den Bedarf entdeckt hatte – im lokalen Autozubehörladen bestellt – da hätte ich ihn dann Freitag Mittag abholen können. Da der aber coronabedingt geschlossen ist, habe ich den Luftfilter beim erstbesten Online Versand bestellt – 5,50 EUR + 5,95 EUR Versand mit GLS. Bestellt Donnerstag gegen 1600h, geliefert Freitag 0945h. Das hätte der lokale Händler nicht schneller gekonnt – und preislich dürfte es aufs selbe rauskommen.
Ich bin nur froh, kein Ladengeschäft zu betreiben!

Der kleine Fiat…

…muß nächsten Monat zum TÜV. Daher heute mal drunter geschaut:

Fiat Doblo
Fiat Doblo

Der Motor schwitzt etwas Öl aus – wie es bei der Laufleistung zu erwarten ist. Für die bei montierter Abdeckung sichtbaren Motorteile hab ich ‘ne halbe Dose Bremsenreiniger spendiert und den Ölfilm abgewaschen.

Ansonsten gibts einige oberflächliche Roststellen am Unterboden – aber nichts tragisches. Da kommt neuer Unterbodenschutz drauf, dann sollte das erstmal wieder gut sein.

Der Auspuff-Endtopf hat im Bereich der Falz eine Durchrostung der äußeren Blechschicht – ist aber noch dicht. Da bin ich  mir noch unschlüssig, ob ich da ran gehe, denn wenn man versucht da ein Blech drauf zu schweißen kann man auch leicht Löcher reinbrennen.

Die Winschutzscheibe hat leider einen kleinen Steinschlag – da muß ich mal sehen, ob ich den mit einer Fliegenleiche oder synthetischer Vogelkacke (was nimmt man da?) kaschieren kann.

Wird also nächsten Monat spannend beim TÜV – kann sein dass er so durchkommt – kann aber auch nicht sein…

Der Schlüssel für den…

…Fiat Doblo ist abgenutzt und hakt im Zünschloß. Mit etwas hin-und her Wackeln gehts dann zwar – aber irgendwann stehe ich da und er läßt sich gar nicht mehr drehen.

Zum Glück war die Codekarte mit dem Schlüsselcode dabei – damit ist es möglich bei besseren Schlüsseldiensten danach einen neuen Schlüssel fräsen zu lassen – zu noch grad so vertretbaren Preisen (25,00 EUR). Eine Kopie des alten, abgenutzten Schlüssels nutzt mir in diesem Falle ja nichts.

Der neue Schlüssel schließt auch einwandfrei – aber damit ist dann das Wegfahrsperrenproblem noch nicht gelöst. Dafür ist im Originalschlüssel ein Transponder. Da kan man entweder bei Fiat für viele hundert EUR Originalschlüssel mit Transponder nachkaufen – oder auch bei besseren Schlüsslediensten einen Transponder zum neuen Schlüssel dazukaufen und den dann auf das Auto programmieren. Da ist man dann so mit 100 EUR dabei – und das muß ja nicht sein.

So eine Wegfahrsperre ist bei einem alten Auto der 2900 EUR Klasse ‘eh überflüssig. Also wird das jetzt dauerhaft gelöst 🙂 .

Den Originalschlüssel vorsichtig zerlegt – der Bart ist aus dem Kunstoffgriff ausgebaut (und ist ohne den dicken Griff ein praktischer Reserveschlüssel) und die untere Hälfte des Griffs enthält den Transponder – hier schon mit gebohrtem Loch zur Befestigung:

Transponder
Transponder

Nun noch die Verkleidung der Lenksäule abbauen und einen schönen Platz für den Transponder gesucht: Am Zuleitungskabel zur Ringantenne ist doch gut!

Transponder
Transponder

Noch ein zweiter Kabelbinder zur Sicherung – und nun ist immer ein Wegfahrsperrentransponder in Reichweite  🙂

Transponder
Transponder