Poltergeist II

Die Kamera ist umgestellt und einige Bretter weggeräumt. Rechts sieht man die Stufen der Klapptreppe an der Dachbodenluke – und die Luke ist offenbar der bevorzugte Spielplatz:

Eigentlich heist es, der Marder ist nachtaktiv. Ja – ist er – aber bei mir  auch tagaktiv. Das ist zur besten Mittagszeit!

Zuerst scheinen die noch etwas unsicher – schließlich ist der Stapel mit den Brettern  weggeräumt – und es riecht jetzt sicher nach Mensch. Aber schon bald fühlen die sich da offenbar wieder sicher.

Was ist denn nun die offizielle Strategie…

…in Deutschland zur Bekämpfung der Corona-Pandemie?

Zu Anfang war die Sache klar. Da hieß die Devise `Flatten the Curve` um eine Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden. Man kann feststellen daß das gut geklappt hat. Es kam nicht wie in manchen Nachbarländern zu apokalyptischen Szenen in Krankenhäusern und auch die Mortalitätsrate ist erstaunlich gering. Da hatte man sicher auch Glück, daß  die erste Generation der infizierten vielfach junge und ansonsten gesunde Skifahrer waren die sich in Ischgl angesteckt haben.

Aber die Phase ist vorbei – wie liegen seit einiger Zeit bei unter 1500 täglichen Neuinfektionen – mit den üblichen Schwankungen. Da kann von einer Überlastung der Krankenhäuser keine Rede mehr sein.

Und wie geht es nun weiter?

Ich hatte hier in der Vergangenheit verschiedene Möglichkeiten (auch in deutsch) diskutiert. Und es gibt noch eine weitere, auf die ich wegen offensichtlicher Unsinnigkeit nicht gekommen bin: Ignorieren, wie es z.B. der brasilianische Präsident versucht – und anfangs auch der amerikanische, bis er von der Realität eingeholt wurde.

Zur Erinnerung: Von selbst weggehen wird das nicht wieder – und mit einem allgemein verfügbaren Impfstoff rechen ich – wenn überhaupt – frühstens Ende 2021. Wir müssen uns also bis dahin irgendwie rüberretten und haben dafür aus meiner Sicht nur die Wahl zwischen zwei schlechten Möglichkeiten:

1. Herdenimmunität aufbauen. Nachteil: Dauert lange wenn man die Krankenhäuser nicht überlasten will und wird selbst dann eine hohe Zahl an Todesopfern fordern. Wenn man diese Strategie verfolgte, bräuchten wir dafür konstant so viele tägliche Neuinfektionen, daß es die Krankenhäuser gerade nicht überlastet. Also deutlich mehr als jetzt. Das ist also wohl (glücklicherweise) nicht die offizielle Regierungsstrategie.

2. Die als `The Hammer and the Dance` bekannt gewordene Strategie die Anzahl der täglichen Neuinfektionen zuerst soweit zu drücken, daß eine Rückverfolgung jedes einzelnen neuen Infektionsfalls incl. Quarantänisierung der Kontaktpersonen wieder möglich ist. Dann könnte man weitgehend zum normalen Leben zurückkehren (vielleich  mal abgesehen von Großveranstaltungen). Daß diese Strategie funktioniert zeigen Länder wie Taiwan, Süd-Korea und China. Dafür müßten wir aber die Zahl der Neuinfektionen weiter drücken – ich sage mal auf ca. 100 täglich. Das geschieht offensichtlich nicht  – im Gegenteil – man läuft durch die eingeleiteten Öffungen von Läden und Schulen Gefahr wachsender Neuinfektionsfälle. Diese Strategie wird also von Regierungsseite offenbar auch nicht verfolgt.

Aber welche Strategie ist dann? Kenn jemand offizielle Ansagen dazu? Oder gibt es vielleicht gar keine Strategie und die Devise lautet einfach `wir wurschteln uns irgendwie durch bis es irgendwann hoffentlich einen Impfstoff gibt`?

Das will ich nicht glauben. Denn dann würde der Status Quo auf unbestimmte Zeit fortbestehen müssen.

Jetzt bin ich…

…für alle Fälle gewappnet, falls sie auch in Niedersachsen eine Maskenpflicht einführen sollten für die Maskenpflicht in Niedersachsen:

Mundschutz und Filter

Da es hier ja keine Masken irgendeiner Art zu kaufen gibt, hatte ich vor gut drei Wochen mal eine Packung von den einfachen und billigen OP Masken direkt in China bestellt. Und die sind nun schon angekommen! Die helfen dem Träger zwar nichts gegen den Coronavirus (vielleicht anderen gegen Tröpfcheninfektion), aber scheinen ja nun ein unentbehrliches Acessoire zu werden. Ich halte das zwar eher für Beschäftigungstherapie und potentiell schädlich falls man die Einwegmasken in Ermangelung von genug Nachschub mehrfach verwendet: Feucht-warmes Gewebe ist sicher ein idealer Nährboden für Bakterien aller Art – und das auch noch direkt vor Mund und Nase. Nicht umsonst haben bessere Masken der FFP2 / FFP3 Klasse ein Ausatemventil um zu verhindern, daß das Filtergewebe durchfeuchtet wird. Und sind so geformt, daß sie nicht direkt auf Mund und Nase aufliegen.

Und wo ich grad dabei war gibts noch einen neuen Filter für die Lackiermaske. Den gibts nämlich noch problemlos zu kaufen. Der wirkt gegen organische Lösemittel wie sie beim Lackieren frei werden – und gegen Partikel mit 99,98% Abscheidegrad entsprechend der Klasse P3 und damit auch gegen Bakterien und Viren aller Art. Könnte aber im Supermarkt Endzeitstimmung verbreiten 🙂 .

Lackiermaske

Zur Klarstellung: Ich halte den Einsatz von AtemSCHUTZmasken zur Bekämpfung der Corona-Pandemie an bestimmten Orten (ÖPNV und von mir aus auch Läden und überall wo es größere Personenansammlungen gibt) für durchaus sinnvoll. Das ist aber momentan in Ermangelung geeigneter SCHUTZmasken nicht möglich. Der ‘Mund Nase Schutz’ trägt das Wort SCHUTZ im Namen zu Unrecht.

Man vertraut darauf, daß der Tröpfchen mit Viren beim Niesen / Husten / Sprechen zurückhalten. Das ist sicher besser als nichts – aber mit gleichem Aufwand könnte man bei Verfügbarkeit geeigneter SCHUTZmasken einen viel größeren Effekt erzielen. Und selbst wenn die Tröpfchen zurückgehalten werden, so kommen die Viren beim Husten doch durch – siehe z.B. das Ärzteblatt oder gleich die Originalquelle.

Also wären mindstens einfache FFP2 Masken für alle nötig (und zwar mindestens eine täglich – das sind aus hygenischen Gründen Einwegprodukte)!

Ich erinnere mich noch, als es ganz zu Anfang hieß, man sollte doch bitte die FFP3 Masken (>99,95% Abscheidegrad) für das medizinische Personal lassen. Davon ist heute keine Rede mehr – man ist schon froh, wenn man dafür FFP2 (>95% Abscheidegrad) organisieren kann. Und wie die erschreckend hohe Anzahl infizierten medizinischen Personals zeigt, ist das nicht ausreichend.

Wobei ich das nicht nur am Unterschied FFP2 / FFP3 fest machen würde. Beide haben das Problem, daß es schwierig ist die dicht anliegend zu tragen, so daß die Luft nicht dran vorbei geht. Und es ist bei diesen Masken bauartbedingt unmöglich zu prüfen, ob sie tatsächlich dicht anliegen. Wer schonmal mit so einer Maske einen warmen Tag in staubiger Athmosphäre gearbeitet hat kann abends an den Schmutzspuren im Gesicht sehen, wo die Luft überall dran vorbeeigegangen ist.

Einen Dichtigkeitstest kann man nur mit so einer Gummimaske machen (einmal mit der flachen Hand den Filter zu halten und sich wundern, wie schnell ein Erstickungsgefühl aufkommt). Statt einer Vollmaske wie meine Lackiermaske kann das auch eine Halbmaske mit weniger ausladendem Filter sein – das verbreitet dann nicht ganz soviel Endzeitstimmung 🙂 .

Aber nicht daß jetzt jemand auf die Idee kommt eine Halbmaske kaufen zu wollen: Alles ausverkauft, ebenso die zugehörigen Filter. Neuer Liefertermin unbekannt.

Die Sertao II fühlt sich…

…benachteiligt. Während das kleine nervöse Motorrad virtuell durch Markko fährt, darf die Sertao II immer nur zum Einkaufen raus. Naja – nur fast. Gestern war schönes Osterwetter und die Gelegenheit für frische Luft bei Sonnenschein!

Sonnenschein!

Es ging wie meist in südliche Richtung – durch Weserbergland und Solling.

Karte
Statistik

Am Ihmezentrum geht es…

…nach einem Jahr mal wieder ein winziges Schrittchen voran. Vor ziemlich genau einem Jahr hatte ich berichtet, daß an einem Teil der Fassade die Betonplatten abgenommen wurden. Seitdem ist das ganze Jahr nichts passiert. Bis diese Woche. Nun werden an einem anderen Teilstück die Fassadenplatten abgenommen:

Fassadenplatten Ihmezentrum

Ich bleibe bei meiner Meinung: Hier werden Stadt und Bevölkerung von den sogenannten `Investoren` weiter nach Strich und Faden verarscht. Bei dem Bautempo werden die nie fertig. Aber das ist ganz offenbar auch nicht das Ziel. Hätte man mal auf meinen Vorschlag vom Dezember 2013 gehört…

Nachtrag 18.4.2020: Die Beton Fassadenplatten sind weg – sieht jetzt schlimmer aus als vorher. Die Baustelle wurde komplett abgeräumt. Es heist immer, da sollte eine neue Fassade angebaut werden. Aber das war wohl wieder nix.

Ich hasse es …

…Recht zu haben. Ich hatte am 14. März für Spanien und Deutschland zum Monatsende jeweils 100.000 COVID-19 Fälle vorhergesagt. Und das ohne irgendwelche komplizierten Simulationen – sondern einfach aus einer Analogiebetrachtung der zu diesem Zeitpunkt bekannten Entwicklung in China.

Alle Zahlen und Diagramme im folgenden vom Worldometer von heute. Die Zahlen für Deutschland sind vom 1. April, 14:03h. Das dürften also so ungefähr die Zahlen für Ende März sein, es dauert ja immer etwas bis das in der Statistik ankommt.

Aber wie ist denn nun der Stand:

1. April 2020, 14:03h

Interessant ist auch die vorletzte Spalte, in der die Anzahl der Fälle auf die Bevölkerungszahl bezogen wird.  Während man aus der ersten Spalte schließen könnte, daß wir es ungefähr so gut oder schlecht im Griff haben wie China, sieht man an der vorletzten Spalte daß wir mindestens eine Größenordnung schlechter sind. Und in China ist es inzwischen ziemlich unter Kontrolle – wir sind noch mitten drin!

Aber – Du hattest doch gar nicht recht! Da fehlen doch noch 25.000. Stimmt – wenn man das auf einer linearen Skale ansieht:

Lineare Skale

Aber wir haben es hier mit einer Exponentialfunktion zu tun. Sowas kommt in der (Elektro)technik häufiger vor, und es hat sich bewährt, solche Funktionen auf einer halblogarithmischen Skale darzustellen: Die y-Achse ist nicht in der Folge 1-2-3-4 usw. geteilt, sondern 1-10-100-1000 usw.

Halblogarithmische Skale

Diese Art der Skalierung wandelt die Darstellung der Exponentialfunktion in eine Gerade, die sich einfacher auswerten läßt. Im Nebeneffekt sieht es auch so aus, als wenn wir  nur noch um Haaresbreite von den 100.000 entfernt sind – und das trifft die Realität besser.

Und warum zeige ich Euch das? Weil die Grafik etwas Hoffnung macht! Ich habe in der obigen Grafik den Verlauf mal in zwei Abschnitten durch Geraden angenähert:

Halblogarithmische Skale

Die rote Gerade zeigt, daß wir vom 5. März bis 20. März ein praktisch konstantes exponentielles Wachstum hatten. Am 20. März macht die Kurve einen Knick und kann seitdem mit der flacher verlaufenden grünen Gerade angenähert werden. Wir sind zwar immer noch im Bereich exponentiellen Wachstums – konnten das aber verlangsamen. Leider reicht das als Ziel nicht aus – die Kurve muß möglichst schnell soweit gedreht werden, daß sie waagerecht verläuft.

Wenn man das erreicht hat und die Fallzahl einige Zeit konstant geblieben ist kann man zum nächsten Schritt übergehen. Das würde ich für Deutschland gegen Ende April erwarten. Dazu brauche ich glücklicherweise nichts zu schreiben, denn das findet sich ab Kapitel 4 im Artilel von Tomas Pueyo:  The Hammer and the Dance, auch in deutscher Übersetzung.

Mein kleines nervöses Motorrad…

…hat sich nun mal beim Zoll vorgestellt:

beim Zoll

Die machen jetzt Fernbehandlung durchs Fenster – da wo die Zettel Export und Import hängen schaut dann einer raus. Ich doch praktisch – das kleine nervöse Motorrad auf den Tresen zu wuppen wäre anstrengender. Ist fast wie ein Drive Thru. Können die so lassen 🙂 .

Jedenfalls ist es jetzt wieder offiziell in Deutschland…

wieder offiziell in Deutschland

…und das Carnet de Passage kann geschlossen werden.