Steinhuder Meer und Totes Moor

Ein Blick aus dem Fenster zeigt so gar nichts von dem vorhergesagten Regen – stattdessen scheint die Sonne. Ein Blick ins Internet bestätigt, daß der Regen auf morgen verschoben wurde. Nun kann die Arbeit, die ich mir mitgebracht hatte (eine Großbestellung Multimeter ist zu testen) auch noch bis morgen warten.

Einmal um’s Steinhuder Meer
Einmal um''s Steinhuder Meer
bei einem Himmel wie von René Magritte gemalt.
Wolken

Erster Stop in Mardorf am Yachthafen – da war es mir aber zu überlaufen, nur kurz die psychedelischen Algenmuster im Wasser bewundert und weiter zum Toten Moor am anderen Ende von Mardorf.
Psychedelisches Algenmuster
Da gibts einen Wanderweg durchs Moor, da kann man was lernen 😉 – man muß nur aufpassen, daß man nicht von Radfahrern umgefahren wird!
Es sind diverse Aussichtspunkte und Stege ins Moor angelegt, auf Info-Tafeln werden die Bemühungen, dieses abgetorfte Moor und jetzige Naturschutzgebiet wieder in ein Moor zu verwandeln geschildert.
Steg
Die Wanderkarte auf dem GPS Gerät enthält tatsächlich auch die Stege und Aussichtspunkte:
Wanderkarte
Ein renaturierter Bereich:
renaturierter Bereich
Insgesamt sind die Renaturierungsarbeiten der Freiwilligen aber wohl zum Scheitern verurteilt – die Fläche ist einfach zu groß als daß man vollflächig die Birken abholzen, Dämme bauen und das wieder vermooren könnte…

Selbst dieser schmale Pfad ist in der Karte enthalten:
schmale Pfad
und führt aus dem Naturschutzgebiet heraus.
Direkt hinter dem Ende des Naturschutzgebietes steht man in einer Mondlandschaft:
Mondlandschaft
und nur wenig weiter wird weiter fleißig entwässert und ist der Torfabbau in vollem Gange:
Torfabbau
Abgefräst soweit das Auge reicht:
Abgefräst soweit das Auge reicht
Insgesamt wird eine Riesenfläche abgebaut – das Luftbild von Google kann vielleicht einen Eindruck verschaffen:

Größere Kartenansicht
Ober- und unterhalb der Moorstraße wird Torf abgebaut, das Naturschutzgebiet ist ein bereits ausgebeuteter Streifen direkt am Steinhuder Meer, ca. 500 breit.

Wenn Moor nun so eine wertvolle Landschaft ist, sollte man eher was von dem Abbaugebiet aufkaufen als zu hoffen, daß mit etwas Birken fällen und Wasser stauen sich in den nächsten 1000 Jahren neues Moor im Naturschutzgebiet bildet…

Der Abbau wird übrigens betrieben von der Fa. ASB die sich ganz harmlos gibt. Die machen Erde für Blumenfreunde…

Aber immerhin – im Abbaugebiet gibt es eine eigene Schmalspurbahn
Schmalspurbahn
sogar mit zwei eigenen, technisch gesicherten Bahnübergängen über die Moorstraße.
Die Gleislage erreicht aber mal gerade 3. Welt niveau:
Gleislage

Und wie macht sich das GPS Gerät nun zu Fuß?
Dazu hatte ich vorher schonmal ein Profil ‘Wandern’ angepaßt, so daß man mit einem Knopfdruck vom Motorradbetrieb auf Wanderbetrieb umschalten kann – es wird dann die Straßenkarte deaktiviert, die Wanderkarte mit der unterliegenden OSM Deutschlandkarte aktiviert, auf Luftliniennavigation geschaltet und das Display angepaßt (Kompaßanzeige mit Kurszeiger etc).
Nun schien es mir sinnlos, auf dem nicht zu übersehenden Wanderweg lang zu navigieren – aber wir müssen ja auch wieder zum Parkplatz zurück. Dafür gibts eine Funktion ‘Mann über Bord’ – eigentlich müßte die ja ‘Kälbchen allein auf dem Pakrplatz’ heißen – die die aktuelle Position speichert und einen dorthin zurück führt.
So sieht das dann aus:
Luftliniennavigation
Damit kann man eigentlich nirgendwo mehr verloren gehen…

Kiefer

Ein Gedanke zu „Steinhuder Meer und Totes Moor“

Kommentare sind geschlossen.