Alles neu macht der…

…März? Nee – aber das kleine nervöse Motorrad braucht dringend eine Auffrischung, bevor es nächsten Monat wieder nach Afrika geht. Der Dreck runter – und dann das übliche halt: Öl und Ölfilter, den Luftfilter waschen und neu ölen – das war auch nötig. Waren doch ordentliche Staubmengen in der Airbox.

Und neues Gummi bekommts auch. Neue Reifen gut vorwärmen…

Reifen vorwärmen
Reifen vorwärmen

…die alten runter

runter
runter

und die neuen drauf – Fertig!

Fertig
Fertig

Wenns man so schnell und einfach wäre, wies hier ausschaut…

Reifenauswahl für Marokko

Dieses und nächstes Jahr geht es nochmal nach Marokko – diesesmal mit dem kleinen nervösen Motorrad.

Und da stellt sich wieder die Reifenfrage – es wird mehr Sand geben – aber Marokko ist und bleibt halt hauptsächlich eine Hammada und da müssen die auch mit Fels und Stein zurechtkommen.

Es sind jetzt zwei Sätze Reifen angekomen:

Reifen
Reifen

Von links nach rechts:

  • Vorderreifen Mitas C-11 Speedy Croc – 38,44 EUR
  • Hinterreifen Mitas C-02 Stone King – 47,59 EUR

Karkasse und Gummimischung erscheinen ziemlich weich. Dafür ist jede Menge Profil drauf.

  • Vorderreifen Pirelli Scorpion XC Mid Hard – 41,64 EUR
  • Hinterreifen Pirelli Scorpion XC Mid Hard – 61,95 EUR

Die Karkasse ist sehr fest – das wird beim Aufziehen sicher ein Spaß! Die Gummimischung ist härter als bei den Mitas, dafür ist weniger Profil drauf – aber immer noch reichlich 🙂 .

Das kleine nervöse Motorrad hat dann heute die Mitas-Reifen drauf bekommen – vorne das schnelle Krokodil auf dem Tretroller

Speedy Croc
Speedy Croc

und hinten den Steinkönig. Der hat so viel Profil, daß er nur gerade so in die Schwinge paßt. Immerhin 20mm Profiltiefe – das hatte ich auch noch nicht.

20mm Profiltiefe
20mm Profiltiefe

Dazu noch Reifenhalter montiert, dann sollte auch fahren mit abgesenktem Reifendruck im marokkanischen Sand kein Problem sein.

Und morgen dann mal ‘ne Probefahrt, ob man das überhaupt auf Asphalt fahren kann…

Nachtrag: Heute 70km Probefahrt auf Asphalt. Es wäre zwar übertrieben, den Reifen gute Fahreigenschaften auf Asphalt zuzuschreiben – aber es ist jetzt auch nicht so, daß sie völlig unfahrbar wären. Trotz des deutlich gröberen Profils fahren sie nur wenig schlechter als die vorher verwendete Kombination Michelin AC10 und Pirelli MT21 auf Asphalt. Lediglich stärkere Vibrationen treten auf – wohl durch die reihenförmige Anordnung der Profilblöcke. Und das sie auf losen Untergrund – besonders im Sand und Matsch – besser sind, daran habe ich keinen Zweifel.

Hallo Kälbchen!

Kälbchen: Muhhhh!
Ich: Es sind Reifen angekommen.
Kälbchen (unschuldig guck): Was? Reifen? Zeig mal!
Ich: Da!
Reifen
Kälbchen: Oh – meine Reifen sind da!
Ich: Wieso Deine Reifen?
Kälbchen: Na – meine Krallen sind abgenutzt – da brauche ich neue!
Ich: Ja – aber Du sollst doch die Reifen von der Sertao auftragen…
Kälbchen: Das geht nicht!
Ich: Wieso soll das nicht gehen?
Kälbchen: Das sind Metzler Tourance. Das sind Straßenreifen!
Ich: Stell Dich nicht so an.
Kälbchen: Die sind nicht artgerecht! Und Du willst doch keinen Ärger mit dem Tierschutzverein…
Ich: Die Sertao hat die ab Werk drauf – so schlimm kann’s also nicht sein!
Kälbchen: Wenn die das mit sich machen läßt ist die selber Schuld. Aber der haste ja jetzt auch Heidenau K60 Scout rundrum spendiert.
Kälbchen: Und außerdem haben die kein M+S Zeichen. Damit darf ich im Winter überhaupt nicht raus! Und das ist erst recht nicht artgerecht!
Ich: Hmm- da haste Recht…
Kälbchen: Hab ich doch immer!
Ich: Und wie haste das gemacht, dass die Reifen hier ankommen?
Kälbchen: Hab ich selbst bestellt!
Ich: Du? Kannst doch gar keine Reifen bestellen!
Kälbchen: Naja – das Navigationsbrikett hat mir geholfen…
Ich: Hä – was hat das damit zu tun?
Kälbchen: Na – ganz einfach. Immer wenn es ein Firmware-Update lädt surft es nebenbei im Internet…
Ich: Achso – deshalb dauert das Update immer so lange…
Kälbchen: … und da hat es mir freundlicherweise die Reifen bestellt.
Ich: Und wie hat es die bezahlt?
Kälbchen: Na – mit Deiner Kreditkarte.
Ich: Kann gar nicht sein – da kommt’s doch gar nicht dran!
Kälbchen: Doch. Erinnerst Du Dich an die Fritz-Box die Du letstens bestellt hast?
Ich: Ja – wo bleibt die eigentlich?
Kälbchen: Die kommt nicht – haste ja nicht bezahlt!
Ich: Doch – sicher.
Kälbchen: Glaubst Du nur!
Kälbchen: Das Navigationsbrikett hat mir von seinem neuen Trick erzählt – Man in the Middle oder so – hab ich nicht ganz begriffen – ist aber auch egal….
Kälbchen: Damit hat’s Deine Zahlung umgeleitet. Und wie Du siehst, hats’s funktioniert!
Ich: Bin ich denn hier nur von krimineller Technik umgeben…
Kälbchen: …nöööö – nicht kriminell – nur einfallsreich! Wir mussten uns ja irgendwie selbst helfen!
Ich: Soso – aber wieso haste drei Reifen bestellt – und dann so’ne komische Kombination.
Kälbchen: Iss doch logisch: Der Heidenau K60 Scout hinten für den Winter.
Ich: Und vorne mit so’nem Stollenreifen kombinieren? Das ist gar nicht zulässig!
Kälbchen: Nee – weist doch – ich bin ein sparsames Kälbchen. ‘Nen alter Vorderreifen steht noch in der Garage – der geht nochmal…
Ich: Na – sehr löblich.
Ich: Aber was ist mit den anderen beiden Reifen.
Kälbchen: Das sind meine neuen Krallen – Heidenau K69 und K74 für Island. Da sind die genau richtig!
Ich: Hääää – ich höre hier immer nur Island!
Kälbchen: Ja – das Navigationsbrikett und ich fahren nächstes Jahr nach Island!
Ich: Nee – wir fahren nächstes Jahr durch die skandinavischen Wälder!
Kälbchen: Nee – da willste ja mit der neuen hin
Ich: Ääääähhh – ja.
Kälbchen: Siehste – und dann kann ich mit dem Navigationsbrikett ja nach Island…
Ich: Wie kommt ihr eigentlich auf Island?
Kälbchen: Na – das Navigationsbrikett hat das vorgeschlagen – und mir Fotos aus dem Internet gezeigt! Da will ich hin! Ganz tolle Landschaft! Und so schöne Schotterstrecken!
Ich: Aha – da müßt Ihr euch aber noch ‘nen Sponsor suchen!
Kälbchen: Och – wirklich 🙁
Ich: Zurück zu Thema – was machen wir jetzt mit den alten Reifen von der Sertao? Zum Wegwerfen sind die noch zu schade!
Kälbchen: Keine Panik! Ich habe an alles gedacht!
Ich: So?
Kälbchen: Die nehme ich auf dem Weg nach Island – und wenn wir da sind, machen wir die Krallen drauf und schmeißen die alten weg! Dann bleiben die Krallen scharf!
Ich: So – Du willst also wirklich nach Island fahren? Aber dass das ‘ne Insel ist hat Dir das Navigatiosbrikett nicht verraten? Da bist Du einige Tage mit dem Schiff unterwegs….
Kälbchen: Echt? Und das wo ich so schnell Seekrank werde 🙁
Ich: Ja – in echt!
Kälbchen: So’n Scheiß! Und ich hatte mich so drauf gefreut!
Kälbchen: Aber vielleicht Pyrenäen und Andorra? Muß ich mal das Navigatiosnbrikett fragen….wir finden schon noch was schönes…

Stollenreifen – Zwischenergebnis

Morgen kommen die Stollenreifen wieder runter – Zeit für ein Zwischenfazit (vorne Heidenau K69, hinten K74):

Auf der Straße machen die keinen Spaß – man kann damit zwar fahren – und die Seitenführung ist sogar besser als erwartet – aber sie sind auf Dauer anstrengend. Die starke Kippeligkeit hat mit zunehmendem Verschleiß abgenommen (oder ich habe mich dran gewöhnt), aber sie fahren immer noch jeder kleinen Längsrille hinterher. Sie fallen Anfangs leicht in die Kurve, benötigen dann aber bei kleineren Kurvenradien richtig Kraft.
Es gibt erwartungsgemäß ein ‘singendes’ Laufgeräusch. Der Verschleiß ist recht hoch – der Hinterreifen wird wohl nach 3000km Straße runter sein.

Im Gelände gibt es – egal auf welchen Untergrund – nichts zu meckern. Sie reißen Gras büschelweise aus und pflügen sich durch Sand:
Reifenspur im Sand
Solange man es mit der Geschwindigkeit nicht übertreibt fährt man wie auf Schienen – Spurführung und Traktion sind auf allen losen Untergründen einwandfrei. Gar kein Vergleich mit den Universalreifen (Heidenau K60 Scout), die doch recht schnell ins schwimmen kommen sobald es sandig oder schlammig wird.
Daß die Selbstreinigung funktioniert, habe ich auf dem Lehm-Schlamm in Schrecksbach testen können.
Die Reifen werfen ordentlich mit Dreck – zum Glück muß ich nicht hinter mir fahren – aber das was bis nach vorne kommt reicht eigentlich auch schon…
Dreck