Lost Place: Ihmezentrum II

Nach den Foto-Safaris 2017 und 2013/14 im Ihmezentrum ist es an der Zeit, wieder einen Blick hinein zu werfen und zu sehen was aus den großspurigen Ankündigungen der “Investoren” bezüglich der Wiederbelebung der Geschäftsetagen geworden ist. Um es vorweg zu nehmen: Nichts!

Der Rost blüht

Muß man sich nicht langsam Sorgen um die statische Integrität machen?

Einladend ist anders

Abgeknabbert

Der Bodenablauf blüht

Schließ mich auf!

Müllecken allerorten

Neues Biotop

Treppen weinen Rost

Hier geht kein Licht mehr auf

Mühsam erobert sich die Natur die Betonwüste zurück

Notausgang bitte abschließen!

Wasser von oben

moderne Tropfdteinhöhle

Rost weinende Träger

Verwahrlosung allerorten

Gedärme quellen hervor

Schummrig

Eingang ins nirgendwo

Treppe ins nichts

Abgestürzt

Freiheit für Bewehrungsstahl!

Wegweiser in die Vergangenheit

Geländer abgestürzt

Seit 20 Jahren lassen wechselnde sogenannte “Investoren” die Geschäftsetagen des Ihmezentrums immer weiter verkommen – und es ist kein Ende in Sicht.

Wann greift die Stadt Hannover da endlich durch? Die Stadtwerke haben ja nach Jahrzehnten endlich die Konsequenz gezogen und ihre Mietverträge für Büroflächen gekündigt. Die Stadt Hannover wollte das ja auch tun, wenn bis zum Jahresanfang die Fassadensanierung (als erster Schritt) nicht erfolgt. Und was ist – außer geringfügigen Alibi-Arbeiten passiert nichts.

In der Wikipedia findet sich ein lustiger Terminplan:

Ich gehe jede Wette ein – außer vielleicht den ersten beiden Zeilen wird davon genau gar nichts eingehalten!

Mit genau solchen Phantasieplänen wird die Öffentlichkeit von den “Investoren” seit 20 Jahren verarscht.

Die wirkliche Arschkarte haben natürlich die Wohnungseigentümer der über den Geschäftsetagen liegenden Wohnungen gezogen. Die müssen nun seit Jahrzenhten direkt mit dem Verfall leben. Denn meine Kritik richtet sich ausdrücklich nicht an die privaten Wohnungseigentümer. Deren Gebäuseteile sind zwar nicht Top-Modern sondern im typischen 70er Jahre Stil, sind aber in gepflegtem Zustand und werden auch laufend instand gehalten:

 

Am Ihmezentrum geht es…

…nach einem Jahr mal wieder ein winziges Schrittchen voran. Vor ziemlich genau einem Jahr hatte ich berichtet, daß an einem Teil der Fassade die Betonplatten abgenommen wurden. Seitdem ist das ganze Jahr nichts passiert. Bis diese Woche. Nun werden an einem anderen Teilstück die Fassadenplatten abgenommen:

Fassadenplatten Ihmezentrum

Ich bleibe bei meiner Meinung: Hier werden Stadt und Bevölkerung von den sogenannten `Investoren` weiter nach Strich und Faden verarscht. Bei dem Bautempo werden die nie fertig. Aber das ist ganz offenbar auch nicht das Ziel. Hätte man mal auf meinen Vorschlag vom Dezember 2013 gehört…

Nachtrag 18.4.2020: Die Beton Fassadenplatten sind weg – sieht jetzt schlimmer aus als vorher. Die Baustelle wurde komplett abgeräumt. Es heist immer, da sollte eine neue Fassade angebaut werden. Aber das war wohl wieder nix.

Am Ihmezentrum geht es…

…mit Trippelschritten voran. Wenn die mit der Geschwindigkeit weitermachen, werden sie dieses Jahrhundert nicht mehr fertig.

Vor etwa einem halben Jahr wurde an einem kleine Teilstück der Fassade ein Gerüst aufgestellt – weil jetzt würde die Fassadensanierung beginnen.

Es passierte lange nichts.

Nun haben sie einige Betonteile von der Fassade abgebaut (rechts an der Ecke hängen noch drei):

Ihmezentrum
Ihmezentrum

Und das Gerüst haben `se dann gleich wieder abgebaut. Wieso bitte das, wenn doch jetzt eine neue Fassade drankommt? Braucht man dafür kein Gerüst? Die sogenannten `Investoren` verarschen doch Stadt und Bevölkerung hier nach Strich und Faden.

Im Dezember 2013 hatte ich schon eine Lösung vorgeschlagen – damit könnte man das Problem schon lange beseitigt haben 😉 . Aber auf mich hört ja keiner 🙂 .

Lost Place: Ihmezentrum

Objekte, die dem Zerfall ausgesetzt sind, werden Lost Places (verlorene Orte) genannt.” Das gilt zwar strengenommen nicht fürs Ihmezentrum – denn die Wohnungen sind ja genutzt – aber die ruinenhafte Erscheinung des EG und 1.OG – die ehemalige Gewerbefläche – prägt das Erscheinungsbild. Mein letzter Besuch ist 3 Jahre her – da ist es an der Zeit, mal nachzusehen ob sich was zum besseren geändert hat.

Ums vorwegzunehmen: Das Ruinenhafte prägt weiterhin den Eindruck.

Entkernte Ladenflächen im 1. OG, die sich die Natur langsam zurück holt

Entkernte Ladenflächen
Entkernte Ladenflächen

dunkle Katakomben im Rohbauzustand

dunkle Katakomben
dunkle Katakomben

ein verlassener Durchgang

Durchgang
Durchgang

zerfallender Beton

zerfallender Beton
zerfallender Beton

und das Wasser läuft aus der Decke

Wasser läuft aus der Decke
Wasser läuft aus der Decke

Mitten in all dem gibt es die Sport Akademie Lee

Sport Akademie Lee
Sport Akademie Lee

die ich wie selbstverständlich wie alles andere dort auch für seit vielen Jahren geschlossen gehalten habe. Aber der Eindruck täuscht – in all dem Verfall konnten die sich irgendwie halten.

Sport Akademie Lee
Sport Akademie Lee

Das spricht jedenfalls für treue Kunden!

Aber es ist nicht alles schlecht – es gibt auch minimale Fortschritte. Die Wohnhochhäuser sind zwar typische 70-Jahre Bauten und aus der Mode gekommen (braune Fliesen und sowas), sind aber augenscheinlich gut in Schuß – Treppenhäuser beleuchtet und gereinigt, kein Müll, kein Grafitti – und man sieht immer mal Renovierungsarbeiten wie Anstriche oder eine neue Klingel- und Briefkastenanlage. Auf Kosten der Wohnungseigentümer wird zur Zeit der Ihmeuferweg instandgesetzt – so eine neue Pflasterung in rotem Klinker läßt das gleich viel freundlicher aussehen.

Und es gibt ja Beispiele, daß das mit begrenztem Aufwand – wenn schon nicht in eine Schönheit – so doch zumindest in einen annehmbaren Zustand gewandelt werden kann. Die beiden verbleibenden Gewerbemieter – Stadtwerke und Stadt Hannover – demonstrieren das an ihren Eingangsbereichen:

Eingangsbereich Stadt Hannover
Eingangsbereich Stadt Hannover

Wenn sich schon keine Nachnutzung der Gewerbefläche finden läßt (was sicher möglich wäre, wenn man sich von überzogenen Renditevorstellungen lösen und auch andere Nutzungen als großflächige Einzelhandelsgeschäftein Betracht ziehen würde) so sollte es doch selbstverständlich sein, das Stadtbild nicht auf jetzt sicher schon 10 Jahre zu verschandeln. Was spricht den dagegen, das EG und 1.OG soweit zuzumauern, ordentlich zu verklinkern, darin die Zugänge zu den Wohnhochhäusern mit vernünftigen Gehwegplatten, Wänden, Decken und Beleuchtung auszustatten und alles ordentlich anzustreichen? Dann kann man in aller Ruhe neue Konzepte entwickeln – und schreckt auch nicht gleich jeden potentiellen neuen Gewerbemieter ab…

Fotosafari im…

Ihme Zentrum äääähhhh Linden-Park äääähhh klein Grosny.
Von der Blumenauer Straße aus
Von der Blumenauer Straße aus
gehts ja, wenn man nicht genauer hinsieht.
Von der Blumenauer Straße aus
Rein geht’s
Ihmezentrum
durch ‘angehübschte’
Ihmezentrum
und naturbelassene Gänge:
Ihmezentrum
Verfall
Ihmezentrum
direkt neben den doch heimelig gestalteten Hauseingängen
Ihmezentrum
Rohre…
Ihmezentrum
…’Schwimmbecken’…
Ihmezentrum
…Ladenpassage…
Ihmezentrum
…und Pappwände die das schlimmste verdecken sollten.
Ihmezentrum
Neue Bewohner…
Ihmezentrum
…ziehen…
Ihmezentrum
…ein…
Ihmezentrum
…und alte gehen.
Ihmezentrum
So sieht’s am anderen Ihmeufer aus:
Ihmeufer
Das könnte man auf dieser Seite auch haben…
Ihmezentrum
……nur ‘nen paar Tonnen TNT.
TNT
Aber ich werde diesen Anblick…
KleinGrosny
…sicher noch viele Jahre genießen können, wenn ich aus dem Hoftor komme.