Gestern kam zwischendurch immer mal die Sonne raus. Da kann ich doch das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden und neben einer Warenlieferung an meine alte Firma eine Tour durch den Elm anhängen:
Es ist sehr hebstlich und frisch. Dazu gestern ein böhiger, kräftiger Winde.
In Hannover ist es heute warm und sonnig (während Süddeutschland unter Dauerregen absäuft). Trotzdem sicherheitshalber mal auf die Wettervorhersage geschaut – und richtig, mein Erster Impuls war Richtung Weserbergland aufzubrechen, aber dort solls regnen. Also gehts nach Osten: Durch den Elm. Alles so schön grün hier!
Gelbe Felder voller Raps sind wir ja hier gewöhnt – da ist Rot doch mal eine Abwechslung! Passend zur Tenere!
Hier haben wir Klatschmohn in großer Zahl – sieht aber nicht aus wie eine angebaute Ackerfrucht, sondern wohl Brachland mit Blühsaat.
Zum Mittag Stop in Königslutter auf dem historischen Marktplatz auf ein Eis…
…und auf dem Rückweg konnte es die Tenere nicht lassen noch eine Mastbaustelle für die 380kV Freileitung ‚Projekt Ostfalen-Achse‚ zu besuchen.
Heute geht es ostwärts: Durch den Elm – das ist ein kleines Mittelgebirgchen östlich von Braunschweig. Erstmal bei den alten Kollegen noch ein Ersatzteil abgeholt und dan soll es los gehen. Aber die Tenere will erstmal ein Eis.
Eis
Na gut – sind ja 18°C und es fühlt sich wie Sommer an!
Sann aber – über Landstraßen Richtung Elm:
Landstraße
Nicht lang und die Tenere biegt in die Feldmark ab:
Feldmark
Da darf sie nicht weiter, aber wenn ich schonmal da bin, kann ich ja mal schauen, ob das Großsteingrab bei …tataaa… Groß Steinum noch da ist:
Großsteingrab
Hatte ich jetzt auch nicht anhders erwartet – man hat es ja in den 50er Jahren vom Acker einige hundert Meter an den Waldrand versetzt. Da stört es nicht weiter beim Pflügen.
Man ist hier kulturbeflissen und installiert ein Werk zur Erinnerung an Christo: Verpackter Acker. Das wird bestimmt DIE Attraktion des Sommers!
Verpackter Acker
Weiter gehts zur Ruine Langeleben mitten im Elm. Vorbei an Behausungen der Eingeborenen…
Behausung
…ist man auch bald bei der Ruine:
Ruine
Es steht noch ein Mauerrest auf einer kleinen Insel, die von einem offenbar lünstlich ausgeschachteten Graben umgeben ist – der inzwischen aber teils trockengefallen ist. Da hat sich wer viel Arbeit gemacht – aber represäntativ war das wohl nie!
Aber es gibt auch hier erste Frühlingsboten:
Gänseblümchen?
Weiter gehts nach Königslutter – in die Altstadt…
Altstadt
…und zum Dom.
Dom
Heimwärts wieder über wenig befahrene und sanft geschwungene Landstraßen…
Landstraße
…ins Abendrot hinein:
Abendrot
Es ist spät geworden – da kann die Tenere mal zeigen, wie sie leuchten kann. Und wie ist’s? Wie von LED-Scheinwerfern zu erwarten eine sehr gute Ausleuchtung mit messerscharfem hell-dunkel Übergang. Mit Halogen-Licht wie bei der Sertao II gar nicht zu vergleichen.
War ein kulturlastiger Tag heute. Die Tenere stand da meist gelangweilt etwas abseits. Das ist sehr gut – man stelle sich nur vor, die würde z.B. in Frankreich an jeder alten Kirche anhalten wollen! Da würd‘ man ja gar nicht vorwärts kommen.
…läßt sich die Husky von Sannes V-Strom auf einer schnellem Runde durch den Elm verfolgen.
Husky
Die vorhergesagte Sonne kam zwar den ganzen Tag nicht raus – aber dennoch bin ich froh, mich motiviert haben zu lassen. Denn die Husky fährt einfach dynamisch 🙂 .
…Regenwetter geht heute nochmal den trockenen und warmen Tag genutzt.
Wettervorhersage
Eigentlich wollte die Husky ins Weserbergland – aber da war für heute vormittag schon Regen angesagt. Also bleibt nur die andere Richtung: Osten durch den Elm. Das ist zwar kein Ersatz fürs Weserbergland, aber besser als nichts.
Und gelb haben sie da auch…
Gelb
…und grün ebenso.
Grün
Magste Döner?
Döner
Nee? Na – hattest ja auch schon Benzin!
Trotzdem fände ich es schön, mal wieder unterwegs vernünftig was essen zu können – und nicht irgednwo ’nen Döner mitzunehmen und den dann im benachbarten Industriegebiet im stehen zu essen…
So – noch Karte und Statistik für heute – aber die kommt Euch sicher bekannt vor – die Strecke gabs schon mehrmals. Die Auswahl an Strecken ist halt begrenzt.
…an diesem sonnigen Mittwoch in Richtung des leicht hügeligen Elm.
gen Osten
Kulturanteil ist heute die Altstadt von Königslutter – hier der historische Marktplatz. Ganz schön tot…
Königslutter
…aber immerhin kann ich ein Eis auftreiben zur Einweihung des Somers – wenn auch erst am Rande eines Industriegebietes.
Eis
Im Elm sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht – die Natur kommt den steigenden Temperaturen mit dem Blätteraustrieb noch nicht hinterher.
Wald
Immerhin hält ein einzelnes Blümchen die Stellung und schickt Sonnengrüße!
Blümchen
Auf dem Rückweg in Braunschweig noch einen Kollegen aus der alten Firma besucht – im Garten mit ordentlich Abstand. Schön zu hören, daß sie nun nach jahrelanger Durststrecke mit (über)reichlich Aufträgen eingedeckt wurden und nach der Übernahme durch Alstom doch eine gewisse Aufbruchsstimmung besteht. Es darf jedenfalls wieder Geld ausgegeben werden – und neue Leute werden auch gesucht. Dann könnte das doch noch was werden! Das sind jedenfalls erfreuliche Aussichten.
Das hat dann länger gedauert als gedacht – da hieß es dann immer der Abendsonne entgegen.
Abendsonne
Die Sertao II hat es sich auch da nicht nehmen lassen, noch einen Abstecher über Schotterwege einzubauen. Woher weiß die nur immer, wo die sind? Ob die sich hier in der Gegend inzwischen ganz gut auskennt?
Aber erstmal tanken. Und dabei die Dosenschlange bewundern, die im Stau zweispurig um die Waschanlage steht (das ist das große Glasgebäude im Hintergrund). Es scheint nichts wichtigeres zu geben als dass die Dose beim ersten Sonnenstrahl gewaschen wird.
Waschanlage
Die Sertao II weiß da allerdings sehr wohl was wichtigeres. Die Sonne ist schließlich frühlingshaft, auch wenn die Natur davon noch nichts mitbekommen hat.
Frühlingshaft
Im Elm ist davon nichts mehr zu sehn. Es liegt noch Schnee, aber die Straßen sind frei und die Sonne scheint.
Elm
Hey! Nicht abbeißen! Das ist mein Schokobrötchen. Du kriegst doch gleich Benzin!
…hier in der Umgebung die Ziele für Tagestouren aus. Wird Zeit dass die große Sommertour los geht. Aber zwei Wochen dauerts noch. So lange muß es noch lokal gehen 🙂 . Also heute mal Richtung Osten – durch den Elm. Die Gegend da kenne ich noch von meiner früheren Arbeit bei den Bombis…
Darfste da rein? Ich glaub ja – da war bestimmt ein Fahrrad abgebildet! Von weißen Blechtafeln lassen wir uns jedenfalls nicht aufhalten.
Blechtafel
Aber hier mußte warten – dafür biste zu dick.
Ich bin nicht dick!
Weg
Na gut – dafür vielleicht nicht. Aber dafür!
Pfad
Bäh! Dein blödes Großsteingrab will ich auch gar nicht sehen. Langweiliger geht ja wohl nicht!
Großsteingrab
Dann willste auch nicht wissen, daß das hier ganz in der Nähe von Steinum ist (wie passend) und dass das Grab um 1950 vom Acker hier an den Waldrand verlegt und wieder aufgebaut wurde, weil es beim Pflügen störte.
Nee – bin hier doch nicht im Geschichtsunterricht!
Na – hätteste man in der Schule besser aufgepaßt, dann könnteste jetzt auch was anderes als nur fahren! Könntest jetzt Banker sein und deine verschwundenen 1,9Mrd suchen!
Ich bin doch kein Trüffel Euro-Schwein! Laß man sein – da fahr ich lieber nur!
Hier noch was aus der Biologie: Distel aus der Nähe ist doch hübsch – und diese fließigen Insekten erst:
DistelDistel
Bei Schöppenstedt kann man dann mal zünftig Hände schütteln ohne Ansteckungsgefahr:
Hände schütteln
Die Strecke ist etwas runzlig – es gab diverse Streckensperrungen wegen Baustellen und einmal hab ich die Abweigung verpennt. Nicht nur auf die Landschaft gucken – auch gelegentlich aufs Navi 🙂 .
Da liegt angeblich der alte Tetzel drunter. Nach katholischer Lesart ein Wohltäter der Kirche. Und nach lutherischer Lesart ein Abzocker. Hat sich aber der Sage nach verzockt – hat ’nen Ablaßbrief für ’nen Mord verkauft, der dann an ihm begangen wurde. Dumm gelaufen…
Dafür ist das Ding aber ganz schön mickrig!
Haben sich die Braunschweiger irgendwann auch gesagt. So wird das keine Touristenfalle und haben ein Denkmal daneben gestellt:
Denkmal
Und später dann noch eine Waldgaststätte – soll sich ja auch lohnen.
Und wegen sowas verfährste mein Benzin?
Ja – aber dafür hab ich Dir auch frischen Spargel und neue Kartoffeln mitgebracht. War also für einen guten Zweck.