Trans Marokko Trail – Fazit und Inhalt:

Das war sie – die Tour mit vier Motorrädern durch Marokko. Wir haben weite Teile des Trans Marokko Trail von Chris Scott unter die Räder genommen, dazu einige touristische Ziele und einige alte Rallyestrecken von mir.
Es ging über 5935km, fast ausschließlich in Marokko und zum großen Teil auf Schotterstrecken alle Qualität, da wir die Motorräder per PKW bis nach Montpellier in die Nähe des Fährhafens transportiert hatten. Insgesamt ging das über 37 Tage, davon 29 Tage in Marokko. Das sind zwei Tage mehr als ursprünglich geplant, da GNV die Abfahrt der Fähre nach Hause mal einfach um zwei Tage verschoben hat.
Wir hatten aber keine Probleme, die Zusatztage zu füllen 🙂 .
Hier gings lang:

Die Ausgaben haben wir diesesmal mit der App ‚Cashinator‚ getrackt und untereinander aufgeteilt.
Die hat erstaunlich gut funktioniert und es waren alle benötigten Buchungsfälle verfügbar. Dafür eine klare Empfehlung von mir. Daher gibt es diesesmal eine genaue Kostenaufstellung:
In Marokko habe ich 14.071,55MAD ausgegeben, das ergibt für die 29 Tage Ausgaben von knapp 50 EUR/Tag und liegt damit sehr gut im Bereich der Kosten von 2023. Darin ist alles enthalten: Übernachtung, Tanken und Essen sowie gelegentliche Eintrittsgelder.
Dazu muss angemerkt werden, dass wir geteilte Zweibettzimmer oder auch mal Familienzimmer in eher günstigen einheimischen Hotels genutzt haben. Deren Komfortlevel ist sehr unterschiedlich und reicht sicher nicht allen Reisenden aus, aber wir hatten keine Totalausfälle. Es ist auch völlig üblich, sich das Zimmer vor der Anmietung anzusehen und zu prüfen ob es tatsächlich warmes Wasser gibt. Wer mehr Komfort will (und wömöglich noch alkoholische Getränke) muss deutlich teurere lizensierte Touristenhotels ansteuern.
Wir hatten nichts vorgebucht um uns volle Flexibilität der Streckenwahl offen zu halten. Nur zweimal war das eigentlich vorgesehene Hotel ausgebucht so das wir auf ein anderes am Ort ausweichen mussten.
Zu den Ausgaben in Marokko kommen noch die Kosten der An- und Abreise bis nach Marokko: Übernachtungen in Frankreich, Diesel, Maut, Parkgebühr und die Fährüberfahrten. Wir waren zu zweit im Auto und in geteilter Doppelkabine auf der Fähe unterwegs. Dafür sind insgesamt 1000,03EUR angefallen, auf mich entfallen davon also 500,00EUR. Insgesamt sind das gut 5 Wochen Urlaub für 2000,00 EUR.

Ansonsten hat alles gut geklappt, es gab keine nennenswerten Ausfälle, weder an Mensch noch an Material. Anzumerken ist noch, dass es für die Jahreszeit deutlich zu nass und zu kalt war – zumindest während der ersten drei Wochen. Regen im Erg Chebbi und dortige Urlaubsstimmung am See hatte ich bisher noch nicht erlebt.

Die Fährgesellschaft GNV hat sich nicht mit Ruhm bekleckert. Auf der Hinfahrt hatte die Fähre 1/2 Tag Verspätung was eine zusätzliche Übernachtung in Sete im Hotel erforderte. Die Rückfahrt wurde erst 2 Tage verschoben, nur um dann auch noch einen zusätzlichen halben Tag zu spät in Sete anzulegen. Leute, wenn ihr GNV bucht plant besser einige Tage Reserve ein!

Hier noch die Direktlinks zu den einzelnen Tagen:

Marokko 2026, Tag -1: Packen!
Trans Marokko Trail, Tag 01 und 02: Hannover – Bourg en Bresse – Sete
Trans Marokko Trail, Tag 03 und 04:
Trans Marokko Trail, Tag 05: Nador – Guercif
Trans Marokko Trail, Tag 06: Guercif – Outat El Haj
Trans Marokko Trail, Tag 07: Outat El Haj – Midelt
Trans Marokko Trail, Tag 08: Midelt
Trans Marokko Trail, Tag 09: Erfoud – Merzouga
Trans Marokko Trail, Tag 10: Merzouga
Trans Marokko Trail, Tag 11: Merzouga
Trans Marokko Trail, Tag 12: Merzouga
Trans Marokko Trail, Tag 13: Merzouga – Alnif
Trans Marokko Trail, Tag 14: Alnif – Boulmane Dades
Trans Marokko Trail, Tag 15: Boulmane Dades – Zwei Schluchten Runde
Trans Marokko Trail, Tag 16: Boulmane Dades – Imsfrane
Trans Marokko Trail, Tag 17: Imsfrane – Kelaat
Trans Marokko Trail, Tag 18: Kelaat – Zagora
Trans Marokko Trail, Tag 19: Zagora
Trans Marokko Trail, Tag 20: Zagora – Foum Zguid
Trans Marokko Trail, Tag 21: Foum Zguid – Tata
Trans Marokko Trail, Tag 22: Tata – Tafraoute
Trans Marokko Trail, Tag 23: Tafraoute – Guelmin
Trans Marokko Trail, Tag 24: Guelmin – Sidi Ifni
Trans Marokko Trail, Tag 25: Sidi Ifni
Trans Marokko Trail, Tag 26: Sidi Ifni
Trans Marokko Trail, Tag 27: Sidi Ifni – Tafraout
Trans Marokko Trail, Tag 28: Tafraoute
Trans Marokko Trail, Tag 29: Tafraoute – Taliouine
Trans Marokko Trail, Tag 30: Taliouime – Ait Benhaddou
Trans Marokko Trail, Tag 31: Ait Benhaddou – Ozoud
Trans Marokko Trail, Tag 32: Ozoud – Meknes
Trans Marokko Trail, Tag 33: Meknes – Chefchaouen
Trans Marokko Trail, Tag 34: Chefchaouen – Tanger Med.
Trans Marokko Trail, Tag 35 und 36: Auf See
Trans Marokko Trail, Tag 37: Auf See – Sete – Osnabrück – Hannover

Trans Marokko Trail, Tag 37: Auf See – Sete – Osnabrück – Hannover

Heute kommt die Fähre dann tatsächlich (mit 2 1/2 Tagen Verspätung) in Sete an. Aber erst noch das kostenlose Frühstück – das nun wirklich armselig ist.

Das die Fäühre nicht ausgebucht ist kommen wir mit den Motorrädern zügig runter und sind 0930h an Land.

Auf nach Montpellier…

…und schnell die Motorräder eingepackt.

Eigentlich wäre die Fähre ja gestern nachmittag angekommen, die Planung war dann noch ca. 400km zu fahhren und eine Übernachtung einzulegen. Das passt nun nicht mehr, so dass es heute einen langen Tag gibt. Es geht über französische Autobahnen…

…nach Luxemburg wo es noch einmal zu angenehmen Preisen Diesel gibt.

Gegen 2315 ist Osnabrück erreicht, wo Thomas‘ Tenere aussteigt…

und gegen 0100h bin ich dann zurück in Hannover. Gute Nacht!

Trans Marokko Trail, Tag 35 und 36: Auf See

Nach einer ruhigen Nacht sieht es auch für den Tag so aus, als wenn die See ruhig bleibt.

Das ist auch gut so, denn bei der unfachmännischen Befestigung der Motorräder unter Deck durch die Mannschaft würden wir sonst morgen alles liegend wiederfinden.
Das erste Frühstück gibts mit Vorräten aus dem Carrefour, nur der Tee für 3,00EUR kommt aus der Cafeteriea.

Landestypischer Käse und nochmal gemischte Oliven zum langsam abgewöhnen. Ein armseliges Frühstück für 21,50 EUR wie auf der Hinfahrt passiert mir nicht nochmal.
Viel zu tun gibt es nicht – ausser Schiffe gucken…


…und gelegentlich mal was essen. Wie bei GNV üblich ist das Essen aus dem SB-Restaurant kalt, aber man kann es ja in der bereitgestellten Mikrowelle wieder aufwärmen-

Es gibt Ofenkartoffeln und Cola für 10,20 EUR, mit selbst mitgebrachter Sauce Algerienne.

Die Fähre hätte eigentlich an Tag 34 in Sete anlegen sollen, die Abfahrt wurde allerdings von der Fährgesellschaft GNV um zwei Tage verschoben, die Ankunft in Sete hätte dann heute (am Tag 36) um 1630 sein sollen. Um die Zeit dümpelte die Fähre aber immernoch vor Spanien rum, die haben die ganze Fahrt auch nicht einmal ordentlich Gas gegeben. Gegen 2000h war dann Sete in Sichtweite. Aber Überraschung: Um die Zeit arbeitet der Zoll dort nicht mehr! Die Fähre legt daher erst morgen um 0830h an!
Immerhin spendiert GNV ein kostenloses Abendessen im SB-Restaurant. Das ist zwar wie üblich nicht gut und kalt, aber immerhin reichlich: Eisbergsalat, Ravioli und ein Separatorenfleich Hähnchenformschnitzel.
Ich frage mich, wie es sein kann dass die so große Mengen Eisbergsalat an Bord haben dass die damit sämtliche Passagiere versorgen können – auch die überwiegende Zahl Marokkaner die normal das Restaurant wegen der exorbitanten Preise meiden. Den müssten die doch sonst wegschmeißen, der Rest ist ja haltbar oder tiefgefroren. Da könnte schon der Verdacht aufkommen, dass die Verspätung keine Unfähigkeit des Kapitäns war genug Gas zu geben sondern geplant um eine Nacht Liegegebühr im Hafen zu sparen – auf Kosten der Passagiere, die noch einen Tag verspätet ankommen.

Trans Marokko Trail, Tag 34: Chefchaouen – Tanger Med.

Heute ist Endspurt. Letzter Tag in Marokko. Durch die letzten Berge…

…nach Tetouan zum Carrefour Supermarkt. Verpflegung für die Fähre einkaufen.

Es gibt den landestypischen Käse in großer Menge 🙂 .

Aber auch eine heisse (eher lauwarme) Theke…

…die zum Mittag eine Lasangne mit Paprika und ’nen Stück Hähnchenschnitzel hergibt.

Dann ist der Hafen Tanger Mediteranne in Sicht!

Checkin geht schnell – dann ist aber noch gehörig Wartezeit vorhanden, denn die Abfahrt der Fähre ist erst morgen um 0015h.

Aber irgendwann gehts los. Die Motorräder sind ziemlich früh dran.

Die Transporter dauern länger.

Denn obwohl alle Fahrzeuge im Hafengebiet geröntgt wurden (das hier ist die ausgelagerte EU-Außengrenze und man lässt die Marrokaner die Drecksarbeit machen) wird jeder Transporter und jedes größere Auto direkt an der Rampe nochmal kontrolliert. Gänseschmalz den Kofferraum uffmache!
Um Mitternacht ist es fast geschafft, und um viertel nach sind tatsächlich alle Fahrzeuge drin. Bis dann alle Klappen zu und alle Leinen los sind und wir uns in Bewegung setzen ist es dann aber dich nach 0100h. War ein langer Tag. Gute Nacht.

Wie immer noch Karte und Statistik

Trans Marokko Trail, Tag 33: Meknes – Chefchaouen

Sonnenaufgang über Meknes

Da ist einer stolz auf seinen kleinen Laster!

Abfahrbereit.

Es geht erstmal noch etwas durch die Berge, am Rande Blick auf Moulay Idriss Zerhoun, ein ‚Bergdorf‘.

Dann geht es heute zum ersten Kulturteil: Volubilis – eine teils wieder ausgegrabene römische Stadt. Es stehen Reste der Basilika…

…jede Menge Säulen…

…und ein gut erhaltenes Stadttor.

Eigentlich bekannt ist Volubilis aber für seine gut erhaltenen römischen Mosaike.

Es ist Sonntag – entsprechend ist ordentlich was los. Und besonders komfortabel sind die Motorradklamotten und besonders die Motocross-Stiefel zum wandern in den Ruinen nicht. Dennoch haben wir es 1,5h ausgehalten 🙂 .

Weiter gehts durch landwirtschaftliche Flächen…

…und Blümchenwiese.

Noch vorbei an einer lokalen Tonwarenproduktion…

…zumheutigen Tagesziel: Chefchaouen, die blaue Stadt.

Auf zur Besichtigung. Aber nicht ohne eine Stärkung von der Patisserie.

Es ist auch hier ordentlich was los!


Es gibt aber auch ruhige Seitenstraßen, wo man auch das blaue erkennen kann.

Da finden wir auch ein kleines Restaurant, das abseits vom Trubel des zentralen Marktplatzesan der Kasbah liegt. Vorspeise mit Frischkäse…

…sicher aus dem lokalen Käsefachgeschäft.

Es weihnachtet übrigens hier sehr!

Schluss ist heute im Hotel Loabar, das DZ für 550MAD incl. Frühstück. Das ist älter, nix besonderes aber es liegt verkehtstechnisch günstig in der Nähe der Altstadt.

Wie immer noch Karte und Statistik

Trans Marokko Trail, Tag 32: Ozoud – Meknes

Heute geht es wieder – Ihr ahnt es schon – durch die Berge.

Aber nur Anfangs! Denn wir kommen in dicher besiedeltes…

…und intensiv landwirtschaftlich genutztes Gebiet.

Gegen Ende viele Kilometer durch Meknes und die Vororte. Schluss ist im Riad Idrissi mitten in der Altstadt, das 3er Zimmer mit Frühstück für 56,10 EUR. Mit dem Motorrad ist das erreichbar 🙂 .


Blick von der Dachterasse auf die Altstadt.

Den Rest des Tagews verbringen wir mit Kulturprogramm. Durch die Altstadt mit ihren engen Gassen und Läden…

…zur Hauptattraktion, dem Stadtor Bab Mansour.

Im Torhaus ist grad eine Kunstausstellung. Ohne den Künstlern zu nahe treten zu wollen – sieht aus wie die kitschigen Bilder aus den Souvenirshops.

Von Außen ist das Tor dann doch sehr schlicht.

Noch ein Gang durch die Markthalle. Backwaren…

und bergeweise Oliven.

Blick auf den großen Marktplatz, das Stadtor im Hintergrund. Es ist ordenntlich was los.

Prosst!

Wie immer noch Karte und Statistik

Trans Marokko Trail, Tag 31: Ait Benhaddou – Ozoud

Der Stroh-Lieferdienst ist da!

Transportmittel Alt und neu:

Es geht heute wieder – wer hätte das gedacht – durch die Berge.

Das langweilt Euch vermutlich – aber wenn man es selbst erfährt wirds nicht langweilig 🙂 .

Der Blick fällt auf bunte Berge.

Blick vom Tizi Tishka Pass: Da gehts gleich runter!

Noch etwas Erdpiste…

…dann ändert sich die Landschaft und es gibt wieder Bäume. Wir sind wohl wieder auf der Nordseite des Atlas.

Das hat fast was vom Allgäu hier.

Schluss ist heute in Ozoud, wir kommen im Hotel de France unter, das 3-er Zimmer für 400 MAD.

Ozoud ist bekannt für seinen Wasserfall – mit 110m Fallhöhe einer der höchsten in Europa. Auf dem Weg dorthin: Bio-Eier von freilaufenden Hühnern.

Aber nun – der Wasserfall.

Der hat momentan ordentlich Wasser, und in Natur ist er viel größer als es hier auf dem Foto erscheint.
Auf Umweltschutz wird Wert gelegt – Müllverbrennungsanlage am Rande des Wsasserfalls.

Zum Abschied noch ein Blick aus halber Höhe.

Wie immer noch Karte und Statistik

Trans Marokko Trail, Tag 30: Taliouime – Ait Benhaddou

Heute geht es weiter durch die Berge. Überraschenderweise im Mittelteil mit nochmal 40km Schotterstrecke 🙂 .



Danach folgt eine für und frisch geteerte Straße.

Beides sehr schön zu fahren.
Die Stecke ist heute kürzer, denn das heutige Ziel ist Ait Benhaddou, Weltkulturerbe und Drehort von dutzenden Filmen.
Nein – nicht die Neustadt…

…sondern die Altstadt, ein gut erhaltener und laufend restaurierter Lehmbau-Komplex.

Die Altstadt gilt als nahezu unbewohnt – aber tagsüber sind die Gassen – wenn schon nicht mit Touristen – so doch zumindest mit Souvenirshops angefüllt.



Traditionelle Lehmziegelproduktion

Unterkunft ist heute das Hotel Restaurant Etoile Filante D’Or, die riesige Suite mit mehreren Zimmern und drei Doppelbetten für 600 MAD incl. Frühstück. Das ist das bisher mit Abstand beste Preis-Leistungsverhältnis.

Wie immer noch Karte und Statistik

Trans Marokko Trail, Tag 29: Tafraoute – Taliouine

Beim Zuckerbäcker. Der Kringel kostet 0,15 EUR.

Heute geht es weiter durch die Berge.

Auf meist guten, kurvigen Straßen.

Im Bergdorf am Aussichtspunkt sind wir die Attraktion der Woche.

Und auf einmal sehen die Berge ganz anders aus als vorher: Schwatz statt beige und viel schroffer.

Auch hier haben die Unwetter zum Jahresbeginn ganze Arbeit geleistet.

Das geht schon so!

Nochal zugaschlagen bei der örtlichen Bäckerei…

…drei Teile für zusammen 0,30EUR.

Angekommen in Taliouine.

Unterkunft ist heute die Auberge Askaoun am Ortrand, das 3-er Zimmer mit Frühstück für 400 MAD.

Wie immer noch Karte und Statistik undnmal wieder ein Höhenprofil, wir waren heute lange auf 1600m-1800m unterwegs.