Schweden: Fazit und Inhalt

Es ging für 14 Tage und 3673km nach Schweden – so bis Mittelschweden hoch, an den Siljansee nach Rosentorp.

Der erste Teil in perfektem Wetter – tagsüber über 20°C selbst dort oben. Danach kam ein Kälteeinbruch – es bleib zwar trocken, aber in den Hochlagen auch tagsüber deutlich unter 10°C. Da hatte ich eigentlich einige Tage Aufenthalt im Offroadcamo eingepant um die umliegenden Almen auf schwedischer und norwedischer Seite zu erkunden. Stattdessen habe ich mich in wärmere Gefilde abgesetzt nach Südschweden. War auch gut. Und ich habe mit dem Offroadcamp nochmal ein Ziel für eine zukünftige Tour.

Hier noch die Direktlinks zu den einzelnen Tagen:
Schweden, Tag 01: Hannover – Travemünde
Schweden, Tag 02: Trelleborg – Gullspang
Schweden, Tag 03: Gullspang – Rosentorp
Schweden, Tag 04: Rosentorp
Schweden, Tag 05: Rosentorp
Schweden, Tag 06: Rosentorp
Schweden, Tag 07: Rosentorp – Offroadcamp bei Normas
Schweden, Tag 08: Normas – Horndal
Schweden, Tag 09: Horndal
Schweden, Tag 10: Horndal – Söderköping
Schweden, Tag 11: Söderköping – Jonköping
Schweden, Tag 12: Jonköping – Volsjö
Schweden, Tag 13: Volsjö – Oxie (Malmö – Kopenhagen – Hamburg – Hannover)
Schweden, Tag 14 und 15: Rettungsmission

Schweden, Tag 14 und 15: Rettungsmission

Nun steht die Tenere fußkrank in Schweden und langweilt sich. Das kann ja so nicht bleiben, daher geht’s am Mittwoch Mittag mit dem kleinen Fiat erstmal bis kurz hinter Flensburg hoch – zu Alex und Pauls Pferdehof 🙂 …

…und einen gemütlichen Abend am Flensburger Hafen.
Der nächste Tag ist bedeckt – genau richtig für eine lange Tour. Einmal ganz durch Dänemark…

…bis nach Schweden rein – über die Öresundbrücke.

Da wartet die Tenere auch schon sehnsüchtig.

Mach Dich mal ’nen bisschen kleiner!

Aber wie man auch bittet, ganz passt sie nicht hinein.

Naja – wenn ich das Vorderrad gegen ein Schubkarrenrad ersetzt hätte (hatte ich dabei), hätt es wohl gepasst. War ich aber zu faul zu.
Der Rückweg durch Dänemark hatte an einigen Stellen etwas zähfließenden Verkehr – erhöhte die voraussichtliche Fahrzeit aber nur um 10 Minuten.
Pünktlich zum Abendessen wieder in Flensburg – das Bistro und Steakhouse am Scandinavian Center serviert eine Stärkung.

Glücklicherweise hat sich der Dauerstau am Hamburger Elbtunnel gegen Abend aufgelöst, so dass Flensburg – Hannover in 3:11h geklappt hat. Insgesamt hat alles gut wie geplant geklappt. Und am nächsten Morgen waren dann auch schon die Ersatzteile da:

Einmal alle Läger und Dichtringe am Hinterrad und Kettenträger neu. Nicht aus dem Yamaha Ersatzteillager, sondern zum halben Preis (in bester europäischer und japanischer Qualität) aus dem Industriebedarf.

Schweden, Tag 13: Volsjö – Oxie (Malmö – Kopenhagen – Hamburg – Hannover)

Es geht heute durch Südschweden. Ziel ist heute über die Brücke und dann in Dänemark bis Mons Klint.

Huch – plötzlich wird’s dunkel! Hatte nicht damit gerechnet, dass es hier so dichte Wälder gibt!

Nach ca. 60km fährt es sich komisch – mahlende und knackende Geräusche und fühlt sich an wie ein Platten.

Ist aber nicht platt. Aber das Hinterrad wackelt. Ich bin dann noch etwa 20km vorsichtig weiter gefahren – in der Hoffnung es vielleicht bis zu einer Werkstatt oder womöglich sogar über die Öresundbücke zu schaffen. Es wird aber schnell schlimmer. Schluss ist für die Tenere dann heute in Oxie – ein Ort im Speckgürtel von Malmö.
Beim Hinterrad ist ein Radlager defekt. Das kam jetzt nicht ganz überraschend. Seit einiger Zeit hatte ich den Eindruck, dass das Rad rauher läuft wenn man Linkskurven mit einer bestimmten Geschwindigkeit und Schräglage fährt. Fast als wenn da der Asphalt leichte Riffel hat. Das war aber sehr subtil – und ich war mir nicht sicher ob das nicht Einbildung war – oder tatsächlich rauher Asphalt. Festzustellen war jedenfalls nichts. In den letzten zwei Tagen hatte ich je einmal ein schabendes Geräusch vom Hinterrad – aber auch da war nichts ungewöhnliches festzustellen. Bis das Radlager dann ganz kaputt war. Immerhin weiss ich jetzt wie die Symptome beim nächstenmal zu interpretieren sind. Für die Tenere ist die Fahrt jedenfalls in Oxie zu Ende!
Für mich geht’s weiter – es gibt in Oxie alle 20 Minuten einen Zug nach Malmö, Tickets gibt es aus einem einfach zu bedienenden Automaten – ganz ohne dass man Zonen, Ringe oder Waben kennen muss.

Ein neuer, komfortabler Zug. Natürlich klimatisiert und mit W-LAN.
Erfreulicherweise verkauft mir die DB eine durchgehende Fahrkarte von Malmö Central nach Hannover für ca. 150,00 EUR. Ginge auch 20 EUR billiger – aber mit Zugbindung. Und mit Umstieg in Malmö, Kopenhagen und Hamburg schien mir das etwas riskant. In Malmö geht’s mit dem Oresundstag weiter – da fährt auch mindestens alle 20 Minuten ein Zug über die Brücke. Das geht schnell – und vor lauter Brückenpfeilern ist nicht viel zu sehen. Ebenfalls ein schicker neuer Zug, natürlich mit W-LAN 🙂

In Kopenhagen ist noch Zeit für eine Stärkung am Thai-Buffet. Schließlich ist es später Mittag!

Nach Hamburg fährt der Eurocity – es fällt sofort auf, wie dreckig der Zug ist (außen, innen war in Ordnung).

Komfort und Ausstattung der alten IC-Wagen fallen gegenüber den vorherigen Zügen ziemlich ab. Und von W-LAN natürlich keine Spur.
Der Zug ist für DB-Verhältnisse pünklich in Hamburg, der ICE nach Hannover ist schon bereitgestellt und kommt um ca. 2030h mit nur 6min Verspätung in Hannover an.
Das hat erstaunlich gut geklappt, und es war eine gute Verbindung. Das schafft man mit dem Auto nicht schneller.

Und wie geht’s nun weiter? Morgen muss der kleine Fiat ran, es geht erst zum vereinbarten Treffen mit Alex in Flensburg und am nächsten Tag dann nach Öxie, die Tenere einladen.

Wie immer noch Karte und Statistik

Schweden, Tag 12: Jonköping – Volsjö

Was ist denn das? Steht irgendwo im Wald – einzige Beschriftung ist Nagorlund.

Drappiert ist das nebenan noch mit einem hochgelegten Auto.

Es geht heute auf dem Rückweg weiter nach Süden. Irgendwann ist der Store Mosse Nationalpark erreicht. Das ist nicht zu übersehen – es liegt nämlich ein rieseiges Logo im Moor.

Das passt auch gut – dass ist nämlich ein großes Moorgebiet.

Es gibt einen schön angelegten Weg zu einem Assichtsturm, der gute Aussicht bietet. Auch auf etwas, was sicher nicht natürlich entstanden ist.

Aber natürlich auch auf das endlose Moor.

Kurviger.de hat einen guten Job gemacht und für heute sehr schön geschwungene kleine Straßen rausgesucht. Es war mir gar nicht bewusst, dass es die hier unten in Schweden gibt.

War jedenfalls ein sehr angenehmes Fahren.
Da heute schlechteres Wetter angesagt war als es dann tatsächlich war habe ich mir gestern noch ein festes Dach über dem Kopf reserviert. Im Svea Hotel in Volsjö.

Ein altehrwürdiges Hotel – aber jetzt komplett in Selbstbedienung. Ich bin momentan der einzige Gast und habe das ganze Haus für mich allein. Einschließlich Speisesaal…

…und Hotelküche!

Wie immer noch Karte und Statistik

Schweden, Tag 11: Söderköping – Jonköping

Huch – was ist denn das? Da bildet sich ein Riss im Kennzeichen. Sind also nicht nur afrikanische Pisten Kennzeichenmörder, sondern auch schwedische?

Das muss ich zu Hause mal mit einer dritten Schraube stabilisieren, damit es nicht mehr schwingen kann.
Heute geht es erstmal eine ganze Weile am Götakanal lang. Halt – nein, so einfach ist das nicht. Ich habe eine Strecke rausgesucht, die den Kanal immer wieder – möglichst an interessanten Stellen – kreuzt. Denn direkt am Kanal langfahren kann man nicht. Erster Stop ist die Drehbrücke in Snövelstorp.

Die ist ziemlich neu und macht nichts her. Und da heute auch keine Schiffe fuhren war auch nichts in Aktion.
Jedenfalls gehts bei Sonnenschein durch schwedische Landschaft. Hat doch auch was.

In Berg gibt es eine Stelle mit mehreren kaskadierten Schleusen. Da war heute Volksfeststimmung und jede Menge los. Wenn man aus dem Norden kommt muss man sich an den Rummel erst wieder gewöhnen – und daran dass man nicht einfach überall parken kann.

Nein, ich werde keine App installieren nur um ein Parkschein zu kaufen. Und ich habe keine schwedische Personnr, so dass auch SMS nicht geht. Ganz davon abgesehen dass dort eine Drittanbietersperre gesetzt ist und darüber kein Geld eingezogen werden kann.
Dann halt nicht. Fahre ich halt weiter!
Es gibt nämlich eine ganz ähnliche Kaskade von 5 Schleusen in Borenshult bei Motala.

Die liegt versteckt hinter einem Industriegebiet – und da war nix los. So wenig, dass auch der Kiosk geschlossen hatte. Und das trotz Sonntag und Sommerwetter. Hier Blick auf die 5 Schleusenkammern aufwärts.

Und nochmal abwärts 🙂 .

Was ist denn das? Muss das so?

Oh – soll ich mich jetzt zum Schleusenwärter erklären?

Der Schrank ist offen, der Schlüssel steckt. Auch wenn ich kein schwedisch kann – das ist sicher die Steuerung für den hydraulischen Torantrieb. Das muss übrigens so sein – es gibt weiter oben noch einen identischen Schrank für die oberen zwei Schleusentore, der ebenso mit einem gelben Faden gegen unbefugte Benutzung gesichert ist.
Leider auch hier – kein Schiff in Sicht und auch die Leuchtanzeige sagt nur, dass die nächste Schleusung um XXX Uhr ist.
Nun ist es an der Zeit den Götakanal zu verlassen und weiter in Richtung Süden vorzustoßen. Ich hatte hier untern gar nicht mehr mit Schotterautobahnen gerechnet!

Der Kiosk in Motala an der Schleuse hatte ja zu – und es kam dann erstmal ersataunlich unbewohnte Gegend. Irgendwann kommt dann aber doch noch ein Coop…

…für ein verspätetes Mittagesssen.

Schluss ist heute in der Nähe von Jonköping auf Axamao Camping – mit Blick auf den See.

Wie immer noch Karte und Statistik

Schweden, Tag 10: Horndal – Söderköping

Schon nicht schlecht heute morgen. Dennoch: Afrika hat den besseren Sonnenaufgang.

Auch wenn dies schon nahe kommt.

Schweden hat sich jedenfalls redlich bemüht!
Gestern wars den ganzen Tag grau und regnerisch – heute ist davon nichts mehr zu ahnen. Friede, Freude, Eierkuchen und blauer Himmel mit Sonnenschein.

Hier haben sie frisch und reichlich geschottert. Solange das nicht festgefahren ist, ist das rollig. Da muss man einfach den Fahrkünsten des Motorrades vertrauen. Also den Lenker locker lassen, das fährt schon.

Ansonsten war die Routingoption heute ‚extra kurvig‘ – und das hat gut geklappt.

Eine Bootsfahrt gibts auch – hier ist uns die Fähre grade vor der Nase weggefahren.

Schluss ist heute in Söderköping unter der alten Windmühle.

Wegen weiterhin niedriger Temperaturen ist es heute wieder eine Hütte geworden.

Wenn man aus dem Norden runterkommt muss man sich erstmal dran gewöhnen, wie eng hier alles steht.

Dafür gits wieder richtge Supermärkte mit ordentlicher Auswahl.

Nicht dass es in Norden so schlimm wäre wie in USA – es gibt da auch alles an Frischwaren, aber die Menge und Auswahl ist doch spürbar kleiner: Halt nur 2 Sorten Tomaten und nicht 5.

Wie immer noch Karte und Statistik

Schweden, Tag 09: Horndal

Nachtrag von gestern Abend: Blick auf den See in der Abendsonne.

Heute hats die Sonne leider nicht – dafür den ganzen Tag grau und wolkig und immer wieder Regen. Aber damit muss man in Skandinavien rechnen – und bisher war das Wetter ja auch ausgesprochen gut und sonnig.
Es geht also vom Standort heute in einer großen Runde bis nach Gävle und zurück.
Gleich ziemlich zu Anfang ist ein Bahnübergang an einem Waldweg gesperrt.

Naja – dann nehmen wir doch den nächsten auf der Karte. Da ist aber schon länger keiner mehr gefahren…

…weil es auch da keinen Bahnübergang mehr gibt.

Da muss es dann wohl doch die aspahltierte Straße sein.
In Gävle meint die Tenere ich soll doch mal vernünftig zu Mittag essen und setzt mich beim das IKEA Restaurant ab.

Ich war da etwas skeptisch – denn ich beobachte die Umwelt mehr besser als die Tenere. Und mir waren schon Menschnegruppen aufgefallen, die aus den umliegenden Büros in die Richtung marschierten. War auch deutlich voll – aber Schweden sind entspannte Warter!

Gab dann Hähnchenschnitzel mit etwas alibi Grünzeug, Sauce Bernaise und ein Berg Pommes, ca. 8,00 EUR. War OK.

So eine Frechheit: Die IKEA-Hotdogs kosten in Schweden nur die Hälfte!

5,00 SEK sind ca. 0.45 EUR, wenn ich mich an meinen letzten IKEA-Besuch in Deutschland recht erinnere kostete der vegatarische Hotdog 1,00 EUR, der normale 1,20 EUR. Das muss ich doch mal testen:

Das Ergebnis hat mich dann wieder versöhnt. Der in Schweden ist noch kleiner als der in Deutschland, Röstzwiebeln kosten 2,00 SEK extra – und Gurkenscheiben gibt es mal gleich gar nicht.
Das war es mit Fotos für heute – denn die Kamera war immer gut eingepackt – und schwedische Landschaft bei Regen woll ihr ‚eh nicht sehen.

Wie immer noch Karte und Statistik

Schweden, Tag 08: Normas – Horndal

Morgens scheint zwar die Sonne – aber das Thermometer ist doch deutlich einstellig.

Es geht mit allem was wir haben ins Flachland, immer Richtung Ostseeküste.

Es sind wieder erstaunlich viele Schotterautobahnen durch des Wald dabei 🙂 .

Da hat dann auch mal der mechanische Borkenkäfer zugeschlagen und seine Beute am Wegesrand aufgestapelt.

Immer wieder führt die Strecke an glitzernden Seen vorbei…

…bis wir dann am späten Nachmitag auf dem Sandvika Camping ankommen. Da gibts billige Hütten, das erstpart den Zeltaufbau und morgendliches Frühstück im kalten.

Der Campingplatz ist seit diesem Jahr unter neuen, niederländischer Leitung. Das ist erfahrungsgemäß ein Qulitätsmerkmal und das täuscht auch hier nicht.

Wie immer noch Karte und Statistik

Schweden, Tag 07: Rosentorp – Offroadcamp bei Normas

Die Tenere schottert sich heute im großen Bogen zum Offraodcamp in der Nähe von Normas.

Es geht durch Sveg – vorbei am weltgrößten Holzbär. Was es nicht alles für Rekorde gibt.

Ich find den Bär nicht besonders naturgetreu – aber der am Lomkällan Skogs- och Försvarsmuseum ist irgendwie auf eine andere Art komisch.

Was isn‘ das? Ein Packy, von der Norsjö Mekaniska AB. Sachen gibts.

Pflichtgemäß noch ein Abstecher zur alten Holzkirche in Särna…

…und dann ist das Offroadcamp erreicht.

Das ist schön gemacht – neben Campingplätzen gibts auch – wie in Skaninavien üblich – Hütten zu mieten. Die sind alle schön gestaltet. Hier die Tankstelle…

…und die Lounge 66, die mich für die Nacht beherbergen wird.

Leider hat sich heute die Sonne nur wenig sehen lassen und die Temperaturen haben selten mal 10°C überschritten. Es ist hier oben heute empfindlich kalt geworden – und das soll auch die nächsten 4 Tage so bleiben. Das ist schade, denn ich hatte hier einen längeren Aufenthalt geplant. Aber ich denke, ich werde mich morgen an die Ostseeküste auf machen, da soll es wärmer sein.

Wie immer noch Karte und Statistik

Schweden, Tag 06: Rosentorp

Heute nochmal eine Kleine Runde durch die Orsa Finmark. Hallo Risuhälla!

Sowas passiert halt, wenn die Eiszeit nicht hinter sich aufräumt.

Gut getarnt zwischen Morapferden 🙂 .

Die Inlandsbanan überquert den Aman. Es fuhr heute übrigens ein Zug auf der Inlandsbanan! Ich habe ihn zwar nicht gesehen (immer stehen diese scheiss Bäume im Weg rum), aber gehört.

Weiter Flussaufwärts ist der Canyon übrigens noch dichter (brim Helvetesfallet).

Aber natürlich kein Vergleich mit dem Grand Canyon oder dem Fish River Canyon.
Der unnatürliche Feind des Waldes…

…und sein Helfer.

Noch ein Blick vom Vässinjärvi Damm auf den Stausee.

Die anwesenden Angler waren sehr erfolgreich auf Hechtjagd. Heute Abend gibt es Fischburger satt für alle!


Wie immer noch Karte und Statistik