USA Süd-West, Tag 17: Needles – Blythe

Nachtrag von gestern Abend: Glück gehabt – in Needles gibt es in der Nähe vom Hotel tatsächlich ein Restarant unter lokaler Leitung:

Sowas ist gar nicht so einfach zu finden, da in USA alles mit Ketten / Franchise Restaurants durchsetzt ist. Und die hatten tatsächlich schmackhaftes amerikanisches Essen: Pulled Pork auf einem Bett von Smashed Potatoes (Kartoffelbrei 🙂 ) mit sautierten Pilzen und Bratensauce.

OK – in Europa hätte man statt zwei halben Scheiben Toastbrot Pizzabrot dazu gereicht – aber wenn man nur Toastbrot hat, muss man halt das nehmen.
Es war dann nach dem Essen ein schönes laues Lüftchen draussen. Wenn es doch nur sowas wie einen Ortskern geben würde – vielleicht mit einem Marktplatz mit einigen Restaurants und Bars mit Aussenbewirtschaftung wo man den Tag ausklingen lassen könnte…
Aber wir sind in USA – da gibts sowas nicht, nur breite Straßen und alles findet drinnen in klimatisierten Räumen statt. Den Abend hätte ich dann doch lieber einen Campingplatz als ein Hotelzimmer gehabt.

Am nächsten Morgen beim Frühstück: Die beiden…

…sind Brasilianer und mit der dicken GS ganz durch Süd- und Mittelamerika gefahren. Das Darien Gap haben’se per Luftfracht überbrückt. Sie sind auf dem weg nach Alaska, haben also noch was vor.

Für mich gehts heute weiter durch die Wüste auf der Southern California Backcountra Discovery Route. Den Einstieg zu erreichen war gar nicht so leicht. Erster Versuch:

Zweiter Versuch:

Dritter Versuch:

Da habe ichs dann einfach ignoriert und die afrikanische Methode angewendet. Hätte ich schon bei der ersten gesperrten Straße machen sollen, hätte sicher auch geklappt.
Es geht heute ganz überwiegend auf Sandpisten durch die Wüste. Aber Sand können wir ja.

Die unendliche Weite ist einfach unbeschreiblich. Auf 100km kein Ort, kein Fahrzeug, kein nichts.

In Rice komme ich zufällig am Shoe Tree vorbei.

Der Baum hats nicht überlebt, jetzt wird die ehemalige Tankstelle (‘eh das einzige, was Rice mal war – eine Tankstelle mitten in der Wüste an der einzigen asphatierten Straße weit und breit) mit Schuhen dekoriert.

Der Sinn dahinter erschließt sich mir nicht – aber auch egal, ist jedenfalls einen Stop wert.
Für den Endspurt geht es noch die Blythe Vidal Road durch die Wüste. Die beginnt auch ordentlich sandig…

…wird dann aber zunehmend steiniger.

Kurz vor dem Ziel erreichen wir dann das Ufer des Colorado River,

den haben wir letztes Jahr schon im Canyonlands Nationalpark und vom White Rim Trail aus gesehen.
Vorsicht wo man Ferienunterkünfte mietet! Hört sich ‘Aha Quin Resort’ am Ufer des Colorado River nicht vielversprechend an?

Was man dann sieht, erinnert mehr an eine militärische Barackensiedlung als an ein Feriengebiet.

Wie kommt man auf die Idere, die Landschaft dicht an dicht mit amerikanischen Papphäusern zuzustellen und das dann ‘Resort’ zu nennen? Ach, ich weiss: Mehr Profit. Das ist was was mir in USA immer wieder mal auffällt: Run to the bottom. Egal was – es gibt immer jemanden, der es noch etwas billiger und schlechter machen kann.

Wie immer noch Karte, Statistik (in Meilen) und Höhenprofil

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