Island: Fazit und Inhalt

Die 37 Tage Tour nach Island ist vorbei. Hier nun ein kurzes Fazit von mir dazu und – am Ende des Artikels – ein Inhaltsverzeichnis mit Direktlinks auf alle Einträge der einzelnen Tage.

Es ging auf eigener Achse durch Dänemark nach Hirzshals und dann mit der Fähre Norönna – die einzige Personenfähre nach Island – erstmal auf die Färöer, die wir 3 Tage lang erkundet haben – am ersten Tag leider im Regen.

Färöer

Meiner Meinung nach reichen 3 Tage da völlig aus – wir haben fast alle verfügbaren Straßen abgefahren. Das war schonmal eine tolle Einstimmung auf Island. Die Entscheidung die Färöer auf der Hinfahrt mitzunehmen war richtig – ich weiß nicht ob ich auf dem Rückweg noch den Nerv dazu gehabt hätte. Denn obwohl die tolle Landschaft bieten – die in Island ist toller 🙂 .

Weiter gings dann nach Island, das wir grob im Gegenuhrzeigersinn umrundet haben. Das war eine Entscheidung auf Grund der Wetterkarte, weil bei Ankunft das Wetter im Norden am besten war:

Island

Die Entscheidung war richtig, denn wir hatten ausgesprochen gutes Wetter – für Island eigentlich viel zu gut. In den gut vier Wochen gab es nur ca. 4 Tage Regen.

Wie man auf der Karte sieht, waren auch reichlich Abstecher ins und Durchquerungen durch das Hochlandes dabei, einschließlich der legendären F26 – Sprengisandur Strecke und Besuch der Askia. Insgesamt betrug die Fahrstrecke 8714km.

Ich war mit der Sertao II unterwegs. Das war die richtige Entscheidung. Denn erstmal gilt es die An- und Abreise zu meistern und auch auf Island gibt es asphaltierte Strecken. Die nicht asphaltierten Strecken sind ganz überwiegend gut unterhaltene Schotterpisten, die sich problemlos auch mit schwegen Motorrädern befahren lassen – sofern sie nicht im Hochland liegen (erkennbar an der mit F beginnenden Straßennummer). Da ist der Pistenzustand sehr unterschiedlich und es sind auch immer wieder Flüssse zu furten. Da wäre an manchen Stellen das kleine nervöse Motorrad im Vorteil gewesen aber insgesamt war die Sertao noch nicht zu schwer für die Strecken.

Und wie wars so? Was soll ich sagen: Einfach Toll. Ich war ja nun schon in diversen Gebieten – aber Island ist ganz sicher das Ziel mit den meisten ‘Wow’ pro km. Man kommt teils gar nicht voran weil sich nach jeder Ecke wieder ein neues tolles Panorama öffnet. Selbst nach 3 Wochen wenn man denkt daß da jetzt nichts mehr kommt was einen überraschen kann steht man z.B. auf einmal bei den bunten Bergen von Landmannalaugar und denkt sich das kann doch gar nicht von dieser Welt sein.

Unterstützt hat den guten Eindruck sicher das ausgesprochen gute Wetter – fast immer trocken und mit Temperaturen zwischen 10°C und 20°C sehr angenehm zum fahren. Und auch meine Hoffnung Island wegen der Corona-Pandemie ohne Overtourism zu erleben hat sich voll erfüllt. Es war an den bekannten Sehenswürdigkeiten ausgesprochen wenig los – und an den weniger bekannten waren wir oft allein. Dadurch war es auch möglich, kurzfristig günstige Unterkünfte zu buchen, wenn  man auf Camping keine Lust hatte oder das Wetter regnerisch oder stark windig war.

Und was ist das beste an Island? Für mich die weit verbreiteten HotPots – kleine Badebecken mit heißem Wasser aus heißen Quellen. Perfekt zum entspannen nach einem Fahrtag. Es ist echt schade, daß ich hier keinen Mini-Vulkan im Garten habe der mir so einen Pool heizen könnte…

Am besten hat mir der Pool Grettislaug gefallen – direkt am Atlantik, große Naturbecken, perfekte Temperatur und nicht viel Betrieb.

Und was war die beste Location? Das ist schwer – aber ich sag mal Landmannalauger – wegen der atemberaubenden Landschaft. Nicht wegen des HotPots (der taugt nichts) – und nur während Corona-Pandemie. Wenn der riesige Campingplatz dort voll belegt ist ist es sicher mit der Ruhe und Beschaulichkeit vorbei.

Was hat sich auf der Tour bewährt? Zuerst mal das Motorrad – die Sertao II. Für die Strecken noch nicht zu schwer und hat auch die teils sehr rauhen Hochlandpisten ohne irgendwelche Probleme gemeistert.

Als zweites die wasserdichten Socklen – denn bei den Flußdurchfahrten dringt immer Wasser in die Stiefel ein. So bleiben die Füße dennoch trocken. Das hat ausgesprochen gut funktioniert.

Und das Packkonzept. Die Alukoffer sind nicht wasserdicht, daher war im rechten die Campingküche mit den Lebensmittelvorräten und im Linken Zelt, Isomatte, Campingstuhl und Regenklamotten. Es ist jetzt nicht so daß das Wasser da in Strömendurch läuft – aber etwas Feuchtigkeit kommt rein und das können dieses Sachen ab. Alles was trocken bleiben muß – Laptop, sonstige Elektronik und Klamotten – war dann in der Ortlieb-Tasche auf dem Heck. Das vereinfacht auch die Übernachtung in festen Unterkünften – nur die gelbe Tasche greifen und es ist alles dabei.

Und zu guter Letzt die Automatentankstellen. Das funktioniert ganz problemlos wenn man eine Kreditkarte mit PIN hat. Und ermöglicht es auch in einem so dünn besiedelten Land irgendwo in der Wildnis eine Zapfsäule aufzustellen. Die Automatenzapfsäulen sind ja in Skandinavien ‘eh weit verbreitet – warum man die in Deutschlöand nicht öfter sieht ist mir nicht klar. Hier muß man immer noch in den Shop latschen zum bezahlen…

Und was hat sich nicht bewährt? Zuerst der Campingkocher. Den mußte ich wegen einer defekten Dichtung kurz vor Abfahrt von Benzin auf Gas umstellen – unterwegs ist dann aber noch eine Dichtung defekt gegangen, so daß am Absperrhahn Gas austritt. Der läßt sich so zwar noch benutzen (sicherheitshalber nur außerhalb geschlossener Räume), aber der Gasverebrauch ist riesig.

Die Thermo-Unterwäsche und warme Mütze waren überflüssig und sind unbenutzt zurück gekommen. Es war immer ausreichend warm – aber vermutlich kann Island auch anders.

Die Alukoffer. Abgesehen davon, daß sie ‘eh nicht wasserdicht sind machen sie das Motorrad unnötig breit und stellen eine Unfallgefahr dar – wie ich demonstriert habe. Auch wenn sie zum Packen natüprlich unheimlich praktisch sind.

Und zu guter letzt die Watstiefel. Die hatte ich eingepackt um Furten vor der Durchfahrt trockenen Fußes erkunden zu können und ggf. schon Gepäck rüber zu schafen. Das funktioniert auch alles wie gedacht – war aber nicht zu Ende gedacht. Denn das Ziel ist ja dann durch die Furt zu fahren. Da man da eine sehr gute Chance hat das Mottorrad umzukippen mache ich das natürlich nicht mit den Watstiefeln sondern mit den Klingonenstiefeln damit im Falle eines Falles die Füße heile bleiben. Und dabei werden dann die Füße naß. Die Watstiefel verzögern also die nassen Füße nur um wenige Minuten. Da waren die wasserdichten Socken die bessere Idee!

Und – was kostet das ganze so? Das kommt natürlich stark auf den Anspruch an. Aber ganz sicher ist Island kein Billigziel. Alles hat (wie generell in Skandinavien üblich) seinen Preis – aber die Qualität ist auch immer gegeben. Nicht wie in Afrika, wo es keinen Zusammenhang zwischen Preis und Qualität gibt.

Die Fähre kommt in einer geteilten Doppelkabine mit Motorrad auf ca. 1200 EUR pro Person. Für den gesamten Rest habe ich in den gut 4 Wochen ca. 2300 EUR ausgegeben. Darin ist alles enthalten – Benzin für das Motorrad, Übernachtungen ca. zur Hälfte auf Campingplätzen und zur anderen Hälfte in eher günstigen Guesthouses, Pensionen oder Hotels (jeweils ein geteiltes Doppelzimmer), Verpflegung teils selbstgekocht, teils in Imbissen oder Restaurants und Eintrittsgeld (was aber nur selten nötig ist – die Naturschönheiten sind alle kostenlos).

Und nun noch das Inhaltsverzeichnis mit Direktlinks auf die einzelen Tage:

Island Tag -7: Vorfreude!
Island Tag -1: Straße F821 offen!
Island Tag -1: Morgen gehts los!
Island Tag 01: Hannover – Handewitt
Island Tag 02: Handewitt – Hirtshals – Auf See
Island Tag 03: Auf See bis Thorshavn (Färöer)
Island Tag 04: Torshavn – Gasadalur – Torshavn
Island Tag 05: Torshavn – Gjogv
Island Tag 06: Gjogv – Torshavn – auf See
Island Tag 07: Auf See – Seydisflördur – Mödrudalur
Island Tag 08: Mödrudalur – Myvatn
Island Tag 09: Myvatn Runde Nordwärts
Island Tag 10: Myvatn – Mödrudalur
Island Tag 11: Mödrudalur – Askja – Herdubreidarlindir
Island Tag 12: Herdubreidarlindir – Husavik – Laugar
Island Tag 13: Laugar -F26 Sprengisandur – Geysir
Island Tag 14: Geysir – Akureyri
Island Tag 15: Akureyri – Grettislaug
Island Tag 16: Grettislaug – Holmavik
Island Tag 17: Holmavik – Heydalur
Island Tag 18: Heydalur – Thingeyri
Island Tag 19: Thingeyri bis Latrabjark
Island Tag 20: Latrabjark – Hvammstangi
Island Tag 21: Hvammstangi – Husafell
Island Tag 22: Husafell – Reykjavik
Island Tag 23: Reykjavik
Island Tag 24: Reykjavik Umgebung
Island Tag 25: Reykjavik – Landmannarlaugar
Island Tag 26: Landmannarlaugar – Hella
Island Tag 27: Hella – Vik
Island Tag 28: Vik Umgebung
Island Tag 29: Vik über Laki nach Hof
Island Tag 30: Umgebung Hof: Skaftafellsjökull
Island Tag 31: Hof – Eyjolfsstadir
Island Tag 32: Eyjolfsstadir – Laugarfell
Island Tag 33: Laugarfell – Asbyrgi
Island Tag 34: Asbyrgi – Seydisfjördur – auf See
Island Tag 35: Auf See – Torshavn – auf See
Island Tag 36: Auf See
Island Tag 37: Auf See – Hirtshals – Hanover
Island: Videos

2 Gedanken zu „Island: Fazit und Inhalt“

  1. Dir zuerst meine Anerkennung für deinen guten Blog. Reisen und Erleben- wir haben aus unseren Tourkonzepten (ich bin in 07/08 ´14 erstmals IS und die FO gefahren) – daher einen coolen Mix hingelegt – teils gemeinsam, teils solo gefahren, dazu unseren individuellen Aktivitätenlevel gut abgeglichen und vor allem auch richtig Spass gehabt. Alles soll erst einmal in Ruhe sacken, wir haben so viel erlebt; es ist mit Worten eh kaum zu beschreiben, also einfach geniessen. Beim Wetter haben wir uns die Sahnestückchen gleich als ‘Royal Flush zudem in Serie’ herausgepickt – selbst die Hauptstadt über Tage im Sommerflair … dazu die Isländer in Sommerferienfreuden. Wir konnten Island u die Färöer geniessen, so wie es – dies zudem aus vielen berufenen Mündern bestätigt- zuletzt vor 20 Jahren einmal war – und nun eben – gleichsam exklusiv für uns – nun ausnahmsweise ‘wieder’ in unserem Sommer 2020. Die umfassenden Infrastrukturerweiterungsbauten (mondäne Zufahrten, riesige Parkplätze etc. an tour. Zielen) liessen uns nur erahnen, was vor Covid-19 hier los war; ich habe nun in 2020 dort nicht einmal einen Reisebus gesehen. An sog. Hotspots über lange Zeit allein verweilen, für Fotos, wenn überhaupt, dann nur selten, die 2-3 Personen ‘abwarten’ und die wundervolle Szenerie war wieder ‘perfekt’ – mein Motto: zuerst mit der Seele und danach mit meinen Kameras fotografieren. Chris, dir meinen besten Dank für Deinen ‘zufälligen’ Anruf im Juni….unter ‘beiläufiger’ Nennung deines – dann spontan unseres – gemeinsamen – Reisezieles – hier eines der letzten Naturparadiese Europas zu bereisen.

  2. Ich war jeden Tag hier und habe auch diese Reise sehr genossen ! Wenigstens mal moderate Temperaturen statt immer diese Wüstenhitze 🙂
    Vielen Dank fürs Teilen und bitte weiterfahren.

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