Tuareg Rallye 2019 – Fazit

Wie wars denn nun so? Zuerst mal das Fazit aus meiner Sicht für die Rallye:

Die wurde in Algerien offnbar von offizieller Seite gewünscht – was man auch merkte. Aber auch von der Bevölkerung wurden wir begeistert aufgenommen und überall überaus freundlich und begeistert begrüßt. Zudem gabs eine riesen Medienrummel – zumindest in Algerien. Die Rallye hat da ein Alleinstellungsmerkmal – in Marokko war sie nur eine unter vielen.

Auch vom sportlichen Anspruch ist die 2019er Ausgabe gegenüber der 2017er gestiegen. Ich fand die Strecken teils sehr anspruchsvoll (aber das liegt wahrscheilich eher an mir).  In Marokko hatte man 2017 allerdings die abwechslungsreichere Landschaft, da im Atlas noch ganz andere Strecken möglich sind. Sowas wie der dortige Claustrophobia Canyon ist halt nur schwer zu toppen.

Die Organisation war von deutscher Seite aus gewohnt professionell und perfekt bis ins Detail – aber auch der algerische Mitveranstalter AMA hat großes Lob verdient. Soweit ich das gesehen habe hat alles gut geklappt – Flieger und Transferbusse waren verfügbar und dann noch für Afrika ausgesprochen pünktlich. Daß die Wüstencamps nicht mit der Perfektion und dem Aufwand aufgebaut waren wie in Marokko war zu erwarten – dafür fehlt in Algerien einfach die Infrastruktur. Dennoch waren die Dixi-Klos immer gut in Schuß und auch die Duschcontainer – mal abgesehen von zeitweise versiegenden und meist nur kaltem Wasser – waren ausreichend. Da könnte man noch was drauflegen – aber andereseits waren wir ja auch nicht auf ein Mädchenpensionat eingestellt. Da hab ich auch in Deutschland schon  schlimmeres gehabt, von Ostafrika ganz zu schweigen.

Ich denke, Algerien hat sich als Austragungsland bewährt und ich bin mir ziemlich sicher, daß die nächste Ausgabe wieder dort stattfindet. Den Algeriern ist es zu wünschen, denn die waren begeistert bei der Sache!

Und wie siehts nun für mich persönlich aus?

Es war anspruchsvoll – insbesondere wars mir zu sandig. Weder ist der Sand bisher mein bester Freund gewodern, noch ist das kleine nervöse Motorrad die beste Wahl für den Sand – wir müssen uns da zusammen ganz schön durchkämfen. Bei der 2017er Ausgabe in Marokko war das klarer geteilt – zwei Tage hauptsächlich Sand (die ich in der Challenge Klasse Pause hatte) und ansonsten Pisten und Begstrecken mit höchstens mal kurzen Sandpassagen.

Nicht daß man das falsch versteht – ich hatte da eine Menge Spaß – und ich mere ja auch die im Laufe der Rallye zunehmende Übung im Sand die ds Fahren leichter macht.

Und außerdem hab ich mir als verschärfter Endurowanderer ja auch die Freiheit herausgenommen die Strecken abzuwandeln und Sandpassagen auf Strecken zu umfahren die mir schöner erschienen. Insofern gibts da nix zu meckern.

Aber man muß sich eingestehen, daß man nicht jünger wird. Könnte sein, daß das meine letzte Wüstenrallye war. Ich sollte es vielleicht mal mit was weniger sandigem probieren. Vielleicht mit der Breslau? Oder mal sehen, was Thomas dieses Jahr von der Bosnia-Rally zu berichten weiß.

Zum Glück besteht hier kein Entscheidungsdruck, denn die 2020er Ausgabe ist für mich sowieso nicht gesetzt, da das kleine nervöse Motorrad zu dem Zeitpunkt noch auf dem Weg zurück as Namibia ist. Und was dann ist wird man sehen.

Und was hat nicht geklappt?

Die Idee die Ergebnisse und neuen Startzeiten nur übers Internet abrufbar zu machen war meiner Meinung nach von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Wenn mehrere hundert Leute online gehen wollen ist eine Mobilfunkzelle ruckzuck überlastet. Daher hatte ich auch gar nicht erst entsprechendes Equipment am Start.

Die Orga hat dann ja auch irgendwann angefangen, ausgedruckte Listen auszuhängen – warum nicht auch für die Detailergebnisse? Oder die Monitore die sich 2017 aus meiner Sicht bewährt hatten, zumal man die Ergebinsse dort noch zusätzlich über ein lokales W-LAN abrufen konnte.

Ein Gedanke zu „Tuareg Rallye 2019 – Fazit“

  1. Hi Christoph,
    schönes Fazit!
    Mal schauen, ob es wirklich Deine letzte Wüstenrallye gewesen ist.
    Nach ein paar Wochen/Monaten ist die Anstrengung vermutlich vergessen und schon bist Du wieder angemeldet 🙂
    Von Bosnien werde ich berichten – bin selbst auch gespannt.
    Viele Grüße
    Thomas

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