Eine neue Büromöhre…

…ähhh ein neuer alter PC fürs Büro. Bisher läuft da seit Anfang 2013 ein alter Dell Optiplex mit Core 2  Prozessor. Dem läuft aber immer die Systempartition voll, die mit 40GB ab Werk etwas sehr knapp bemessen ist. Der zieht demnächst ins Versandlager zum Labeldrucken um, denn der dortige Rechner ist inzwischen doch schnarchlangsam.

Da es sich in der Vergangenheit bewährt hat, gebrauchte Bürorechner der bekannten Hersteller zu kaufen und die dann noch so fünf Jahre weiter zu nutzen, hab ich das diesesmal wieder so gemacht.

Es ist ein HP Elite mit core 5 Prozessor, 8GB RAM und 128 GB SSB geworden. Incl. Win 10 Professional für 200,00 EUR. Eigentlich schon total veraltet – aber für Büroanwendung sicher noch für einige Jahre gut.

Das läuft unter refurbished – also wiederaufbereitet. Und tatsächlich haben die das ordentlich gemacht – der Rechner sieht fast aus wie neu und ist auch innen staubfrei:

staubfrei
staubfrei

Dass der schon einige Jahre in irgendeiner Firma auf dem Schreibtisch gestanden hat merkt man jedenfalls nicht.

Die letzten Tage mit der Einrichtung verbracht – und da das Lebensdauerende von Win 7 absehbar ist in den sauren Apfel gebissen und das mit Win 10 eingerichtet. Aber eines ist klar: So wie Microsoft sich aufführt, werden wir keine Freunde!

  • Nach dem ersten Einschalten erstmal updaten. Aber ist es wirklich nötig, erst Updates für das Altsystem einzuspielen, wenn das Featureupdate 1803 – das eh eine komplette Neuinstallation darstellt – schon in der Downloadschlange steht? Naja – einen Tag später wars durch. Dafür hat es stundenlang meinen 4-MBit DSL-Anschluß saturiert und insgsamt 8GB runtergeladen. Wie sollen das Leute machen, die in der Pampa leben und vielleicht nur eine Mobilfunkanbindung haben?
  • Immerhin kann man bei der Professional-Version den Bezug des nächsten Feature-Updates bis zu 1 Jahr verzögern. So sollte jetzt erstmal 1,5 Jahre Ruhe sein und keine größeren Katastrophen auftauchen.
  • Und wieso heist das Professional Version – die ist extra teuer und für den Einsatz an Firmenarbeitsplätzen gedacht – wenn da ein Dutzend Spiele dabei sind? Incl. quitschbunter Candy Crush Saga und Konsorten. Naja – läßt sich ja deinstallieren…
  • …und `ne halbe Stunde später wieder nachgeschaut – da ist die Scheiße wieder da! Win 10 installiert einfach ungefragt irgendwelche Apps. Hallo Microsoft – gehts noch? Es erfordert dann einige Eingriffe in den Eingeweiden, um dieses Verhalten abzustellen.
  • Nicht zu vergessen ist natürlich, das System gegen Datenlecks abzudichten. Ich halte nichts von Cloud Computing und bestehe darauf, daß meine Daten meine Computer nicht verlassen. Das ist mein Arbeitsrechner – und der soll auch nichts mit dem nicht vorhandenen Smartphone oder anderen Diensten irgendwo synchronisieren. Um die Datenverteilung kümmere ich mich auf meinen Servern selbst – da will ich nichts in irgendeine Cloud abfließen sehen.
  • Und nein – ich kann gut mit mir selbst reden und brauche dafür keine Cortana, die mir zuhört und dumme Tips gibt. Und wenn ich im  Internet was suche, weiß ich wie das geht. Aber die Suchfunktion auf dem Computer soll AUSSCHLIESSLICH lokal suchen. Und das abzustellen, erfordert auch wieder diverse Eingriffe unter der Motorhaube.
  • Microsoft hat jede Menge Apps vorinstalliert – viele lassen sich normal löschen – aber andere nicht. Und was soll ich mit einer nicht ohne weiteres deinstallierbaren XBOX-App, wo ich weder Spiele geschweige denn eine XBOX habe? Und was sucht sowas überhaupt auf einer Professional Version? Genauso Apps zur Smartphoneanbindung und vieles weitere. Da jedes installierte Programm die Angriffsfläche erhöht, soll der Scheiß weg. Das geht aber nur über kryptische Befehle auf der Kommandozeile. Microsoft, ihr könntet es euren Kunden einfacher machen, wenn ihr den ganzen Scheiß nicht einfach ungefragt installiert!
  • Und – wenn ich einen Bildbetrachter installiere und dem sämtliche Grafikformate zuweise, dann weiß ich, was ich tue. Es besteht überhaupt keine Veranlassung mich beim Öffnen einer Grafikdatei zu fragen, ob ich nicht lieber doch einen anderen Bildbetrachter verwenden will. Tut einfach, was ich sage – keine Widerrede! Das ist ein Computer und der hat mir nicht zu widersprechen.
  • Und wieso kann das Win10 nicht erkennen, daß es auf einem Desktop-Rechner läuft und bietet mir jede Menge Einstelloptionen für Tablets und Laptops? Wäre es nicht vielleicht doch besser, dafür eine gesonderte Version  zu bauen wenn ihrs schon nicht erkennen könnt?
  • Das ärgerliche daran ist – Microsoft hats schonmal gekonnt – es ist also Vorsatz. Bei der Installation meiner uralten Microsoft Office 2010 Software auf dem neuen Rechner konnte ich das sehen. Da kann man entweder einfach auf Ja klicken – dann bekommt man das vollle Paket. Oder man kann sehr feingliedrig auswählen: Ich will Word, aber kein Access, ich will Matematik-Formeleingabe aber keine Clipart-Sammlung, ich will Excel, aber kein One Note etc. Und wenn einem hinterher einfällt, daß man es doch braucht, kann mans mit einem Klick nachinstallieren. Ich wäre dafür Microsoft baut ein schlankes, stabiles Betriebssystem (schließlich heißt es Betriebssystem und nicht aufgeblasene Softewaresammlung) und wenn man das installiert hat, kann man sich Adons dazu aussuchen und installieren.  Aber das wäre ja zu einfach…

Aber so ist das halt bei einem Monopolanbieter – der glaubt sich das rausnehmen zu können. Für den Büro-Rechner habe ich leider keine Alternative – aber der nächste Privat-PC wird unter Linux laufen.

Microsoft: Hochmut kommt vor dem Fall. Die Deutsche Bank hielt sich auch mal für unfehlbar. Oder kennt hier noch jemand AltaVista?

So – genug gemeckert!

Nachtrag: Ich bin übrigens nicht der einzige, der das nicht lustig findet. Wie verblendet kann man eigentlich sein?

Ein Gedanke zu „Eine neue Büromöhre…“

Kommentare sind geschlossen.