Hallo Kälbchen, wie geht’s?

Ich: Hallo Kälbchen!
Kälbchen: Hallo!
I: Wie fühlst’e Dich so?
K: Ach – ganz OK.
I: Biste Dir sicher?
K: Wieso willste’n das wissen?
I: Weil ich das Gefühl habe, daß Du kurz vor ‘nem Kollaps stehst…
K: Das ist doch unsinn! Ich bin fit wie ‘nen Turnschuh!
I: Na – was ist denn mit deinen Vorderbeinen. Das Knickspiel ist ja wohl nicht normal.
K: Der Onkel Mechaniker sagt, da müßten nur die Gleitstücke erneuert werden…
I: …wenn man Glück hat. Ansosntsen müssen die Standrohre komplett überholt werden.
K: Naja – ist doch nicht so tragisch – mich störts jedenfalls nicht.
I: Und der Hinerlauf? Die ausgeschlagenen Läger an den Umlenkhebeln muß Du doch merken. Da klappert ja alles, wenn du mal springst
K: …na – das mache ich ja nicht so oft.
I: Was ist eigentlich mit der Leerlauflampe? Die leuchtet jetzt ständig.
K: Mach Dir keine Sorgen – das ist nur ‘ne synaptische Fehlschaltung. Kannst Du einfach ignorieren.
I: Genauso wie deinen niedrigen Blutdruck?
K: Ich ‘hab doch keinen niedrigen Blutdruck!
I: Nee? Und warum flackert dann die Öldruckkontrolleuchte bei Leerlaufdrehzahl? Ist das auch nur ‘ne synaptische Fehlschaltung?
K: Weiß ich doch nicht! Bin doch nur ein kleiens Kälbchen und kein Mechaniker!
I: Und daß Du den Seitenständerschalter am Wochenende während der Fahrt abgestoßen hast war auch Zufall?
K: Nee – da wollte ich mal testen, ob dein analytisches Denken noch funktioniert.
I: Ja – geht noch. Haste ja gesehen. Mit sowas einfachem kannste mich nicht schocken!
K: OK – fürs nächste mal denke ich mir was schwierigeres aus.
I: Untersteh Dich!
K: OK – schon gut. Mir ist da der Sicherungsring runtergefallen und ich hab ihn im Gras nicht wiedergefudnen. Tut mir leid…
I: Was fummelst Du da auch dran rum.
I: Und was ist mit den Startproblemen. Letzten Winter gabs die nur bei Minusgraden – aber jetzt auch schon im Sommer wenn du mal 2 Wochen nicht gelaufen bist?
K: Die sind doch nicht so tragisch. Nur etwas Riechsalz und es geht…
I: …von wegen Riechsalz. Die volle Dröhnung hoch entflammbarer Äther ist nötig, damit Du dann mal startest…
I: …und das Auspuffpatschen im Schiebebetrieb hängt da sicher auch mit zusammen…
I: …und daß du Dich bei der Gasannahme immer mal wieder verschluckst und dann fast aus gehst sicher auch.
K: Du bist gemein! Ich geb mir doch solche Mühe! Aber sieh mal – 150.000km sind inzwischen zusammengekommen. Das ist ‘ne ganze Menge! *traurig kuck*
I: Ja – deshalb fragte ich ja, wie Du Dich fühlst.
K: Nja – wenn du so fragst – ‘ne Frischzellenkur wäre nicht verkehrt!
I: Na – mal sehen – für eine Motorüberholung obenrum veranschlagt der Onkel Mechaniker rund 1000 EUR. Dafür kriegt man mit etwas Glück aber auch ein Spenderherz. Die Gabel – wenn’s wirklich nur die Gleitstücke sind – liegt so bei 200 EUR, die Umlenkhebel – wenn Du gebrauchte selbst einbaust so ca. 100 EUR. Dazu noch Kleinzeug, da ist man bei mindestens 1500 EUR. Und eigentlich müßte Deine inzwischen weich gewordene Federung auch neu, wenn man da ‘eh schon dran ist. Rechne mal mit 2000 EUR.
K: Ähh – ja.
I: Frag doch mal Deine Krankenversicherung, was die davon übernimmt.
K: Was ist eine Krankenversicherung? Wozu soll das gut sein?
I: Ähhh – hast Du keine? Die würden den Onkel Mechaniker und die Teile bezahlen.
K: Ich bin doch nur ‘nen kleines Kälbchen. Woher soll ich denn wissen, daß ich ‘ne Krankenversicherung brauche!
I: Na – dann mußt Du es selbst bezahlen. Haste was gespart?
K: Ja! *freudig kuck* Hier – zwei Wertmünzen vom SB Wasch Center Bornum!
I: Schön – aber ich fürchte, das wird nicht reichen…
K: Echt nicht? Wie viele brauche ich denn?
I: Na – so 4000 Münzen wäre ein Anfang…
K: Die bekomme ich ja nie zusammen. *traurig kuck*
I: Du hast halt Pech. Als Kälbchen gehörst Du zwar zur Klasse der Haustiere – und hast daher bei mir ‘nen schönen Stall – aber Du bist halt kein Kuscheltier. Wenn Du jetzt ‘nen kleiner Hund oder ein süßes Kätzchen wärst, dann würden die Kosten für deine Frischzellenkur keine Rolle spielen…
I: …aber als Kälbchen bist Du ein Nutztier. Und da ist das nicht so einfach. Da müssen Kosten und Nutzen in einem gewissen Verhältnis stehen. Sonst gehts zum Abdecker.
K: Was ist ‘nen Abecker?
I: Laß Dir das vom Navigationsbrikett erklären…
K: *Tuschelt mit dem Navigationsbrikett*
K: NNNNEEEEEIIIINNNNN!!!! KÄLBCHEN WILL NICHT STERBEN!!!
I: Reg dich nicht auf.
K: Du erzählst mir gerade, daß ich getötet und zerlegt werde! UND DA SOLL ICH MICH NICHT AUFREGEN!
I: Bleib ruhig – noch ist es ja nicht so weit
K: Ich kann da aber nicht ruhig bleiben… *schnief*
I: Komm – am Wochenende fahren wir erstmal nach Schrecksbach auf die MX-Strecke zum spielen – hat die doch immer Spaß gemacht…
K: *schnief*
I: Und zum Herbst sind wir doch zur Heide Challenge angemeldet…
K: *traurig guck*

Ein Gedanke zu „Hallo Kälbchen, wie geht’s?“

  1. Ans Kälbchen … ich hoffe es wird wieder … wenn er dich schon nicht mit nach Norwegen nimmt, soll er dir wenigstens ne Frischzellenkur gönnen …

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