Durch den Thüringer Wald…

…mit dem kleinen Polo auf dem Weg nach Hause:

Thüringer Wald
Thüringer Wald

Ist schon erstaunlich, wie viele LKW bei so 10 cm Neuschnee auf der Autobahn schon bei leichten Steigungen stecken bleiben – meist schon nicht mehr ganz in der urspünglichen Fahrtrichtung.

Aber der kleine Polo kam da überall problemlos durch – fährt auf seinen Asphalttrennscheiben unerwartet gut bei diesem widrigen Wetter!

Es war einmal…

…ein kleines Stellwerk in Creidlitz…

Creidlitz
Creidlitz

…das es vor langer Zeit aus der großen Stadt…

Vereinigte Eisenbahn Signalwerke Berlin-Siemensstadt
Vereinigte Eisenbahn Signalwerke Berlin-Siemensstadt

in die Provinz verschlagen hat, wo es seit 87 Jahren brav seinen Dienst leistete.

Hebelbank
Hebelbank

Aber nun heisst es: Das muß da weg! Arbeitslos ist es schon – die Drahtseile liegen nur noch lose auf den Seilscheiben. Nächste Woche kommt das Räumkommando.

Dann wird das hier vom ESTW Coburg nebenbei mitbedient.

Aber eines ist sicher: Die neue elektronische Technik wird keine 87 Jahre mehr halten…

Ab, ab ins Känguruh…

…kleines nervöses Motorrad!

Spring rein!
Spring rein!

Aber da paß ich doch gar nicht rein!

Biste sicher?

Klar, bin viel zu groß!

OK – du hast es so gewollt. Nicht daß ich hinterher Klagen höre!

Was nicht paßt, wird passend gmacht.
Was nicht paßt, wird passend gmacht.

Laß das! Wie sehe ich denn jetzt aus!

Stell Dich nicht so an. Und jetzt: Hopp- rein!

Die Ladekante komme ich gar nicht hoch!

Ach – nichts kannste allein…dann eben mir schräger Ebene:

Noch ein bißchen
Noch ein bißchen

Na – noch ein bißchen! Mach Dich mal nicht so lang!

Na – geht doch!

Geht doch!
Geht doch!

Und die Rallykiste paßt auch noch mit rein!

Geht doch!
Geht doch!

Es ist alles knapp – das wußte ich aber vorher. Der Beifahrersitz ist praktisch nicht mehr nutzbar, da er ganz nach vorne geschoben und die Lehne steil gestellt ist.

Lost Place: Ihmezentrum

Objekte, die dem Zerfall ausgesetzt sind, werden Lost Places (verlorene Orte) genannt.“ Das gilt zwar strengenommen nicht fürs Ihmezentrum – denn die Wohnungen sind ja genutzt – aber die ruinenhafte Erscheinung des EG und 1.OG – die ehemalige Gewerbefläche – prägt das Erscheinungsbild. Mein letzter Besuch ist 3 Jahre her – da ist es an der Zeit, mal nachzusehen ob sich was zum besseren geändert hat.

Ums vorwegzunehmen: Das Ruinenhafte prägt weiterhin den Eindruck.

Entkernte Ladenflächen im 1. OG, die sich die Natur langsam zurück holt

Entkernte Ladenflächen
Entkernte Ladenflächen

dunkle Katakomben im Rohbauzustand

dunkle Katakomben
dunkle Katakomben

ein verlassener Durchgang

Durchgang
Durchgang

zerfallender Beton

zerfallender Beton
zerfallender Beton

und das Wasser läuft aus der Decke

Wasser läuft aus der Decke
Wasser läuft aus der Decke

Mitten in all dem gibt es die Sport Akademie Lee

Sport Akademie Lee
Sport Akademie Lee

die ich wie selbstverständlich wie alles andere dort auch für seit vielen Jahren geschlossen gehalten habe. Aber der Eindruck täuscht – in all dem Verfall konnten die sich irgendwie halten.

Sport Akademie Lee
Sport Akademie Lee

Das spricht jedenfalls für treue Kunden!

Aber es ist nicht alles schlecht – es gibt auch minimale Fortschritte. Die Wohnhochhäuser sind zwar typische 70-Jahre Bauten und aus der Mode gekommen (braune Fliesen und sowas), sind aber augenscheinlich gut in Schuß – Treppenhäuser beleuchtet und gereinigt, kein Müll, kein Grafitti – und man sieht immer mal Renovierungsarbeiten wie Anstriche oder eine neue Klingel- und Briefkastenanlage. Auf Kosten der Wohnungseigentümer wird zur Zeit der Ihmeuferweg instandgesetzt – so eine neue Pflasterung in rotem Klinker läßt das gleich viel freundlicher aussehen.

Und es gibt ja Beispiele, daß das mit begrenztem Aufwand – wenn schon nicht in eine Schönheit – so doch zumindest in einen annehmbaren Zustand gewandelt werden kann. Die beiden verbleibenden Gewerbemieter – Stadtwerke und Stadt Hannover – demonstrieren das an ihren Eingangsbereichen:

Eingangsbereich Stadt Hannover
Eingangsbereich Stadt Hannover

Wenn sich schon keine Nachnutzung der Gewerbefläche finden läßt (was sicher möglich wäre, wenn man sich von überzogenen Renditevorstellungen lösen und auch andere Nutzungen als großflächige Einzelhandelsgeschäftein Betracht ziehen würde) so sollte es doch selbstverständlich sein, das Stadtbild nicht auf jetzt sicher schon 10 Jahre zu verschandeln. Was spricht den dagegen, das EG und 1.OG soweit zuzumauern, ordentlich zu verklinkern, darin die Zugänge zu den Wohnhochhäusern mit vernünftigen Gehwegplatten, Wänden, Decken und Beleuchtung auszustatten und alles ordentlich anzustreichen? Dann kann man in aller Ruhe neue Konzepte entwickeln – und schreckt auch nicht gleich jeden potentiellen neuen Gewerbemieter ab…

Was’n das III ?

Was'n das?
Was’n das?

Aha – ein Renault Kangoo von 2001 mit 182.000km und 95PS. Für 1400 EUR von einem Pensionär in Braunschweig übernommen. Für die üblichen Reparaturen wie Traggelenke, Motorlager, Spurstangen, Bremsscheiben etc. liegen aus den letzten Jahren Rechnungen bei, so daß ich hoffe, daß er trotz der hohen Laufleistung die nächsten zwei Jahre fährt.

Der wird dann im Februar den Polo ablösen.